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Männer | Landespokal Thüringen

FSV Schleiz vs. ZFC Meuselwitz
0 : 2

MIT GEDULD, GLÜCK UND SPÄTEN TREFFERN INS VIERTELFINALE


Am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober 2026, stand für unseren ZFC Meuselwitz das Achtelfinale im Thüringenpokal auf dem Programm. Die Reise führte unsere Mannschaft zum Verbandsligisten FSV Schleiz, wo noch eine Rechnung aus dem Vorjahr offen war. Damals tat sich unser ZFC, zu jener Zeit noch in der Regionalliga unterwegs, ausgesprochen schwer und konnte sich erst im Elfmeterschießen durchsetzen. Diesmal sollte es besser laufen. Die Schützlinge von Trainer Georg-Martin Leopold hatten sich einiges vorgenommen und wollten den Einzug in die nächste Runde möglichst ohne eine weitere Zitterpartie perfekt machen. Auch wir als Gäste wurden in Schleiz freundlich empfangen, für Speis und Getränke war ausreichend gesorgt und das Wetter spielte ebenfalls mit. Die Voraussetzungen für einen schönen Fußballnachmittag waren also gegeben. 356 zahlende Zuschauer, darunter auch einige mitgereiste Anhänger aus Meuselwitz, wollten sehen, ob unser ZFC seiner Favoritenrolle gerecht werden würde. Dass sich allerdings auch die Hausherren einiges vorgenommen hatten, sollte sich schnell zeigen.

Unser ZFC startete mit einem ersten guten Angriff in die Partie. Justin Smyla marschierte in Richtung gegnerischen Strafraum, doch seine Hereingabe konnte von der Schleizer Abwehr geklärt werden. Nur Sekunden später meldeten sich auch die Gastgeber zu Wort. Nach einem schnellen Umschaltspiel zog Tim Schulz flach ab und prüfte unseren Schlussmann Lukas Sedlak, der jedoch zur Stelle war. In der Folge hatte unser ZFC zwar mehr Ballbesitz und bemühte sich um Spielkontrolle, doch die Schleizer verteidigten mit viel Leidenschaft, standen kompakt und setzten immer wieder eigene Nadelstiche. Die erste größere Aufregung gab es in der 17. Minute, als Florian Hansch an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht wurde. Der Pfiff des Schiedsrichters blieb jedoch aus. Ob sich die Aktion innerhalb oder außerhalb des Strafraums abgespielt hatte, blieb letztlich dahingestellt. Weiter ging es ohne Unterbrechung. Nach 23 Minuten bekam unser ZFC einen Freistoß zugesprochen, doch der blieb in der Mauer hängen. Kurz darauf versuchte es Tim Kießling mit dem Kopf, verfehlte das Schleizer Tor jedoch. So blieb unser ZFC zwar die spielbestimmende Mannschaft, fand gegen die aufmerksame Defensive der Gastgeber aber kaum ein Durchkommen. In der 31. Minute wurde es dann gleich zweimal brenzlig im Meuselwitzer Strafraum. Bei einem Abwehrversuch sprang Justin Smyla der Ball an die nicht vollständig angelegte Hand. Die Schleizer reklamierten kurz, spielten aber weiter. Wenig später kreuzte Albert Pohl erneut im Strafraum auf und kam zu Fall. Beide Situationen wurden vom Schiedsrichterassistenten nicht als strafwürdig bewertet. Während die zweite Aktion durchaus vertretbar als faire Abwehrarbeit durchging, hätte das Handspiel durchaus für Diskussionen sorgen können. Unser ZFC durfte in dieser Szene also tief durchatmen. Offensiv blieb es dagegen überschaubar. Zipse war bemüht, hatte mehr Spielanteile, entwickelte aber zu wenig Druck, um die gut organisierte Schleizer Hintermannschaft ernsthaft aus dem Konzept zu bringen. Auf den Rängen wurden die mitgereisten Meuselwitzer Anhänger allmählich ungeduldig. Zu präsent waren wohl noch die Erinnerungen an das mühsame Pokalduell des Vorjahres. Kurz vor der Pause bot sich dann doch noch die große Gelegenheit zur Führung. Latif Koné war gleich zweimal beteiligt. Seinen ersten Abschluss blockte ausgerechnet der eigene Mitspieler Kingsley Prince Madumere. Beim zweiten Versuch war der stark aufspielende Schleizer Schlussmann Alexander Weiß gefordert und lenkte den Ball gerade noch über die Querlatte. Damit ging es torlos in die Kabinen.

Die Zwischenbilanz fiel aus Meuselwitzer Sicht ernüchternd aus. Unser ZFC hatte zwar mehr vom Spiel, fand aber zu selten die entscheidenden Lücken. Die Schleizer hingegen hatten mit großem Einsatz dagegengehalten und bei ihren Umschaltaktionen durchaus für Gefahr gesorgt. Entsprechend eindeutig fiel der Tenor unter den mitgereisten ZFC-Anhängern in der Halbzeitpause aus: Da musste nach dem Seitenwechsel deutlich mehr kommen.

Trainer Georg-Martin Leopold reagierte zur Pause und nahm gleich drei Wechsel vor. So kamen Alessandro Schulz, Eric Stiller und Noah Tänzer in die Partie, die dem Offensivspiel unserer Mannschaft neue Impulse geben sollten. Doch ehe unser ZFC die erhoffte Wirkung entfalten konnte, schlugen zunächst die Gastgeber beinahe zu. In der 48. Minute wurde Albert Pohl mit einem langen Ball auf die Reise geschickt, setzte sich stark durch und lief allein auf Lukas Sedlak zu. Unser Schlussmann blieb jedoch lange stehen und parierte stark. Zehn Minuten später war es erneut Albert Pohl, der diesmal Tim Schulz in Szene setzte. Abermals war Lukas Sedlak zur Stelle und bewahrte unseren ZFC vor einem Rückstand. Damit war klar: Die Schleizer waren keineswegs gewillt, sich ihrem vermeintlich höherklassigen Gegner kampflos zu ergeben. Unser ZFC hatte weiterhin mehr Ballbesitz, doch die großen Möglichkeiten blieben Mangelware. In der 56. Spielminute stieg Felix Müller nach einem Freistoß von Nils Schätzle zum Kopfball hoch. Der Ball strich allerdings knapp über das Schleizer Gehäuse. Geduld war gefragt, und zwar reichlich. Unsere Mannschaft arbeitete weiter am Führungstreffer, ließ aber die sich bietenden Möglichkeiten ungenutzt. Knapp eine Stunde war gespielt, als Eric Stiller, trotz einer artistischen Einlage, eine Hereingabe nur um Haaresbreite verfehlte. Immer wieder warfen sich die Schleizer in die Angriffe unserer Elf, verteidigten mit großem Einsatz und hielten die Räume eng. Man konnte fast darauf warten, dass den Gastgebern irgendwann die Kräfte ausgehen würden. Doch weit gefehlt: Die einheimischen Jungs kämpften bis in die Schlussphase hinein um jeden Ball und machten unserem ZFC das Leben weiterhin schwer. So langsam erhöhte unsere Mannschaft dennoch den Druck. Eine weitere gute Gelegenheit gehörte allerdings zunächst wieder den Hausherren. In der 71. Minute kamen die Schleizer nach einem schön ausgespielten Konter aus spitzem Winkel durch Kapitän Albert Pohl zum Abschluss, scheiterten aber erneut am aufmerksamen Lukas Sedlak. Zwei Zeigerumdrehungen später setzte Alessandro Schulz auf der anderen Seite ein Ausrufezeichen. Sein Distanzschuss zwang den Schleizer Torhüter Alexander Weiß zu einer Faustabwehr. Es war ein Lebenszeichen unserer Mannschaft, die nun allmählich entschlossener nach vorne spielte. Dann folgte in der 74. Minute die Szene, die diesem Pokalnachmittag endgültig eine Wendung geben sollte. Eric Stiller kam in einem Zweikampf mit Paul Dorn zu Fall. Der Schiedsrichter entschied wohl, dass der Schleizer etwas zu spät kam, und demzufolge auf Elfmeter. Über die Berechtigung dieser Entscheidung ließ sich trefflich streiten. Ein Pfiff, den sicherlich nicht jeder Unparteiische in dieser Situation gegeben hätte. Auf Schleizer Seite war der Unmut entsprechend groß. Verständlich, denn die Gastgeber hatten nicht nur über weite Strecken hervorragend dagegengehalten, sondern erinnerten sich natürlich auch an die Handspielszene aus der ersten Halbzeit, in der ein Strafstoßpfiff ebenfalls hätte fallen können. Doch alle Diskussionen halfen nichts. Nils Schätzle übernahm die Verantwortung, trat an und verwandelte sicher zur glücklichen 1:0-Führung für unseren ZFC Meuselwitz (74.). Die Erleichterung auf Meuselwitzer Seite war groß, während die Enttäuschung bei den tapferen Gastgebern verständlicherweise kaum zu übersehen war. Wer nun dachte, dass die Schleizer nach diesem Rückschlag aufstecken würden, sah sich getäuscht. Die Hausherren hielten weiter dagegen und suchten ihre Chance. Unsere Mannschaft wiederum versuchte, die Führung zu sichern, und wartete auf die Gelegenheit, mit einem weiteren Treffer für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Die Schlussminuten wurden damit noch einmal spannend. In der 88. Minute bot sich den Schleizern tatsächlich die Möglichkeit zum Ausgleich. Oskar Martin Petzold kam zum Abschluss, doch sein Schuss wurde geblockt. Unser ZFC hatte diese heikle Situation überstanden und durfte weiter auf den Einzug ins Viertelfinale hoffen. Kurz darauf fiel dann endlich der erlösende zweite Treffer. Alessandro Schulz eroberte den Ball, schaltete schnell um und lief in Richtung Schleizer Tor. Dort behielt er die Übersicht und überwand den gegnerischen Schlussmann zum 2:0 (90.). Damit war die Entscheidung gefallen und die Anspannung auf Meuselwitzer Seite wich endgültig der Erleichterung. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hätte unser ZFC sogar noch das 3:0 nachlegen können. Zunächst parierte Alexander Weiß einen guten Abschluss des eingewechselten Mazen Mohamad. Florian Hansch setzte anschließend den Nachschuss an den Pfosten. Danach war Schluss und unser ZFC Meuselwitz hatte den Einzug ins Viertelfinale perfekt gemacht. Am Ende stand ein 2:0-Auswärtssieg, der auf dem Papier deutlicher aussieht, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten ließ. Unser ZFC hatte seine Pflicht erfüllt, musste dafür aber eine Menge Geduld aufbringen und durfte sich bei seinem Schlussmann Lukas Sedlak bedanken, der gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit mit seinen Paraden einen Rückstand verhinderte. Der FSV Schleiz verdient an dieser Stelle ein ganz großes Kompliment. Die Gastgeber zeigten über die gesamte Spielzeit eine leidenschaftliche, disziplinierte und mutige Leistung. Sie verteidigten mit viel Herz, setzten offensive Nadelstiche und brachten unseren ZFC immer wieder in Schwierigkeiten. Dass die Entscheidung letztlich durch einen umstrittenen Strafstoß und einen späten Kontertreffer fiel, dürfte die Enttäuschung auf Schleizer Seite noch verstärkt haben. Umso bemerkenswerter war, dass die Partie trotz aller Emotionen auf dem Platz und auf den Rängen insgesamt fair blieb.

Gerade in einer solchen Begegnung, in der so viel auf dem Spiel steht und einzelne Entscheidungen die Gemüter erhitzen können, ist das alles andere als selbstverständlich. Dafür gebührt den Gastgebern und ihrem Umfeld unser ausdrücklicher Respekt.

Fazit: Unsere Jungs sind eine Runde weiter und genau das zählt im Pokal zunächst einmal. Gleichzeitig war es erneut keine große Gala. Zu lange fehlte es unserem Spiel an Durchschlagskraft, zu selten gelang es, die Schleizer Defensive wirklich auseinanderzuziehen. Dass unsere Mannschaft trotzdem ruhig blieb, weiterarbeitete und in der Schlussphase noch einmal zulegen konnte, spricht für ihre Geduld und Beharrlichkeit. So ehrlich muss man aber auch sein: Hätte Lukas Sedlak nicht ein paarmal glänzend reagiert, hätte dieser Pokalnachmittag durchaus einen anderen Verlauf nehmen können. Der FSV Schleiz war unserem ZFC über weite Strecken ein ebenbürtiger und unangenehmer Gegner, der sich mit seiner Leistung jede Menge Anerkennung verdient hat. Euch alles Gute bei euren kommenden Aufgaben, kommt verletzungsfrei durch die Saison. Besten Dank auch für die Gastfreundschaft und das nette Miteinander. Ein großes Dankeschön auch an Leif Broßmann für den starken und fairen FuPa-Live-Ticker. Für Zipse geht die Reise im Thüringenpokal nun weiter. Das Viertelfinale ist erreicht, die nächste Runde wartet. Und vielleicht nimmt unsere Mannschaft aus Schleiz neben dem Weiterkommen auch die Erkenntnis mit, dass man im Pokal manchmal nicht glänzen muss, sondern vor allem einen langen Atem braucht. Nun heißt es aber erstmal wieder, sich auf die Liga zu konzentrieren, wo, nach einem Testspiel am Mittwoch beim FC Erzgebirge Aue, am Wochenende der VfL Halle 96 wartet.

Glückwunsch an unseren ZFC zum Einzug ins Viertelfinale – und ein großes Dankeschön an den FSV Schleiz für einen spannenden, intensiven und trotz aller Emotionen fairen Fußballnachmittag. J.K.


Tore: 0:1 Schätzle (74.), 0:2 Schulz (90.)

FSV Schleiz: Weiß, Eichelkraut, Nukovic, Hoyer, Pätz (75.Berger), Langhof (84.Ost), Schulz (75.Petzold), Bamba, Mendes (83.Fedoriaka), Dorn, Pohl

ZFC Meuselwitz: Sedlak, Mäder (90.Mohamad), Schröder (46.Stiller), Konradi (80.Teßmer), Madumere (46.Schulz), Smyla, Schätzle, Hansch, Müller, Kießling, Kone (46.Tänzer)

Zuschauer: 356

Gelbe Karten: Pohl, Bamba (alle Schleiz) | Konradi (ZFC)

Schiedsrichter: Jan Vogt | Paul Geißler und Marko Ruhlig

Homepage ZFC Meuselwitz