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Männer | Oberliga Süd

FSV Budissa Bautzen vs. ZFC Meuselwitz
1 : 3

ZIPSE SIEGT BEI STARKER BUDISSA


Unser ZFC Meuselwitz, seit dem vergangenen Wochenende Spitzenreiter der NOFV-Oberliga Staffel Süd, reiste am Freitag, dem 23.10.2026, nach Bautzen ins Stadion Müllerwiese, um sich mit dem heimischen FSV Budissa Bautzen zu messen. Auf dem Papier schien die Ausgangslage beim Duell zwischen dem Tabellenführer und dem Tabellenelften eigentlich klar. Doch was sich am Ende in Bautzen abspielte, war alles andere als ein Spaziergang. Zwar setzte sich unsere Mannschaft mit 3:1 durch, doch der deutliche Endstand täuscht über den tatsächlichen Spielverlauf hinweg. Nach einer durchwachsenen Zipsendorfer Leistung war dieser Auswärtssieg ein ganz hartes Stück Arbeit, bei dem unser ZFC über weite Strecken mächtig ins Schwimmen geriet und sich am Ende auch auf das nötige Spielglück verlassen durfte.

Zur abendlichen Stunde präsentierte sich das Stadion Müllerwiese in Bautzen hervorragend hergerichtet. Die Platzbedingungen waren nahezu perfekt, sodass einem guten Fußballspiel eigentlich nichts im Wege stand. 315 Zuschauer hatten sich eingefunden, darunter rund 30 Zipsendorfer Fans und Sympathisanten, die unsere Mannschaft auch in der Fremde unterstützten. Nach dem Anstoß unseres ZFC wurde allerdings schnell deutlich, dass sich die Gastgeber keineswegs kampflos geschlagen geben würden. Mit Wucht, Einsatz und einer gehörigen Portion Entschlossenheit warfen die Bautzener alles in die Waagschale, um dem Spitzenreiter ein Bein zu stellen. Bereits in der 2. Minute ließ der FSV Budissa Bautzen erstmals aufhorchen. Nach einem schnellen Umschaltmoment kam Felix Henning zum Kopfball, doch Lukas Sedlak im Zipsendorfer Gehäuse war zur Stelle und konnte die Situation bereinigen. Auf der Gegenseite wurde Eric Stiller mit einem Pass gesucht, stand dabei allerdings im Abseits. Es war ein erster Fingerzeig, dass unsere Elf vor allem bei den schnellen Gegenstößen der Hausherren höllisch aufpassen musste. Nach acht Minuten holte Bautzen den ersten Eckball heraus, der ebenfalls nicht ungefährlich war. Nur zwei Minuten später tauchte Julian Gerhardi mit einer guten Gelegenheit vor unserem Tor auf, doch erneut bewies Lukas Sedlak seine Klasse und entschärfte den Abschluss. Die Anfangsphase hatte es also durchaus in sich, und unser ZFC musste zunächst einige brenzlige Situationen überstehen. Zwar versuchte unsere Elf, das Geschehen spielerisch zu kontrollieren und selbst die Initiative zu übernehmen, doch gegen die gut gestaffelte Bautzener Defensive fanden unsere Kicker zunächst kaum ein Durchkommen. Hinzu kamen immer wieder Ungenauigkeiten im eigenen Passspiel, die den Gastgebern Möglichkeiten zum Umschalten eröffneten. In der 16. Minute hatte unsere Mannschaft sogar großes Glück, dass ein Fehler in der Hintermannschaft nicht bestraft wurde. Auch in der Folge blieb Bautzen gefährlich. Nach 21 Minuten kam Julian Gerhardi erneut zu einem guten Abschluss, der nur knapp am Tor vorbeiging. Zwei Minuten später meldete sich dann auch unser ZFC offensiv zu Wort. Nach einem starken Solo von Franz Born gelangte die Kugel über Umwege zu Tim Kießling, der den Abschluss suchte, den Ball allerdings über das Gehäuse setzte. Es waren vereinzelte Lichtblicke, doch insgesamt lief bei unserer Mannschaft noch längst nicht alles zusammen. Man muss es so deutlich sagen: Zu diesem Zeitpunkt wäre eine Führung des Tabellenelften keineswegs unverdient gewesen. Nach gut einer halben Stunde musste sich unser Keeper erneut mächtig strecken, um einen weiteren gefährlichen Angriff der Gastgeber zu entschärfen. Nur eine Minute später zappelte der Ball schließlich im Netz unseres ZFC. Doch der Schiedsrichter hatte zuvor auf Foulspiel entschieden, weshalb der Treffer nicht zählte. Der Unmut auf den Rängen war entsprechend groß. Unsere Mannschaft konnte sich glücklich schätzen, dass es beim torlosen Spielstand blieb. Zu viele Abspielfehler, fehlende Genauigkeit und phasenweise auch zu wenig Biss prägten den Auftritt unserer Elf. Ganz anders die Gastgeber, die nach Ballgewinnen kaum vom Spielgerät zu trennen waren, mutig nach vorn spielten und unseren ZFC immer wieder vor Probleme stellten. So ging es mit einem aus Zipsendorfer Sicht durchaus schmeichelhaften 0:0 in die Kabinen.

Für die zweite Halbzeit war klar: Unsere Kicker mussten eine gehörige Schippe drauflegen, wenn sie im Stadion Müllerwiese nicht noch eine böse Überraschung erleben wollten.

Unsere Bank reagierte zur Pause und brachte mit Kingsley Prince Madumere für Eric Stiller sowie Janik Mäder für Franz Born frische Kräfte. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis unsere Mannschaft erstmals ernsthaft Gefahr ausstrahlte. In der 49. Minute prüfte Alessandro Schulz den Bautzener Schlussmann, der allerdings keine größeren Probleme hatte, den Ball sicher aufzunehmen. Der Gastgeber blieb jedoch der unbequeme Gegner und ließ unseren Kickern weiterhin nur wenig Raum, um ihr gewohntes Spiel aufzuziehen. Dann aber schlug unser ZFC eiskalt zu – und das gewissermaßen aus dem Nichts! Der zur Halbzeit eingewechselte Janik Mäder wurde hervorragend in Szene gesetzt und bediente Kingsley Prince Madumere mit einem perfekten Zuspiel. Dieser ließ sich aus kurzer Distanz nicht zweimal bitten und schob zur 0:1-Führung für unsere Mannschaft ein. Plötzlich stand die Partie auf dem Kopf. Wieder einmal bewies unsere Bank bei den Einwechslungen ein ausgesprochen glückliches Händchen, denn die beiden zur Pause gebrachten Akteure hatten unmittelbar Einfluss auf das Geschehen genommen. Doch wer nun dachte, dass die Bautzener nach diesem Rückschlag die Köpfe hängen lassen würden, sah sich getäuscht. Die Gastgeber machten unbeeindruckt weiter und setzten unseren ZFC vor allem bei Standardsituationen und Einwürfen gehörig unter Druck. Besonders die weiten Einwürfe von Felix Henning erinnerten mit ihrer Wucht beinahe an Kanonenschläge. Wie der Bautzener den Ball in den Strafraum beförderte, war schon bemerkenswert und stellte unsere Defensive immer wieder vor schwierige Aufgaben. Auch in der Rückwärtsbewegung wirkte unsere Elf längst nicht sattelfest. Die Gastgeber witterten ihre Chance und drängten weiter auf den Ausgleich, der sich angesichts des Spielverlaufs zunehmend anbahnte. In der 62. Minute war es dann tatsächlich so weit. Nach einem Freistoß nahm sich Karl Ludwig Zech ein Herz und zirkelte das Leder mit viel Gefühl an die Unterkante der Latte. Von dort sprang der Ball ins Tor. Für Lukas Sedlak gab es bei diesem Kunststück nichts zu halten. Der Ausgleich zum 1:1 war angesichts der bisherigen Leistung der Hausherren hochverdient. In der Folge entwickelte sich eine etwas offenere Begegnung, in der auch unsere Mannschaft wieder häufiger offensive Akzente setzen konnte. Doch die besseren Möglichkeiten lagen weiterhin aufseiten der Bautzener. In der 70. Minute herrschte Gewusel im Zipsendorfer Strafraum, an dessen Ende ein Spieler der Gastgeber lediglich das Außennetz traf. Glück für unseren ZFC, der sich in dieser Situation nicht über einen Rückschlag hätte beschweren dürfen. Kurz darauf reagierte unsere Mannschaft erneut personell. Noah Tänzer kam für Tim Kießling in die Partie. Und tatsächlich ergaben sich nun auch für unsere Kicker einige aussichtsreiche Umschaltsituationen. In der 72. Minute fehlte allerdings der letzte präzise Pass, sodass eine gute Möglichkeit verpuffte. Doch Bautzen blieb bissig, laufstark und jederzeit gefährlich. Spätestens in der 77. Minute dürfte so manchem Zipsendorfer Anhänger der Atem gestockt haben. Die Gastgeber kamen mit einem Distanzschuss aus gut und gerne 35 Metern zum Abschluss, und Lukas Sedlak musste sich gewaltig strecken, um das Leder noch über die Latte zu lenken. Eine ganz starke Parade unseres Schlussmanns, der damit einmal mehr unter Beweis stellte, wie wichtig er für unsere Mannschaft ist. In dieser Phase war die Begegnung ein regelrechter Tanz auf Messers Schneide. Während Bautzen weiter auf den Führungstreffer drängte, sehnte man sich auf Zipsendorfer Seite beinahe schon den Schlusspfiff herbei, um wenigstens einen Punkt von der Müllerwiese mitzunehmen. Doch Fußball schreibt bekanntlich seine eigenen Geschichten – und unser ZFC hatte in der Schlussphase noch zwei ganz besondere Kapitel parat! In der 83. Minute schlug unsere Mannschaft plötzlich zu. Der kurz zuvor eingewechselte Noah Tänzer setzte sich energisch durch, marschierte bis zur Grundlinie und brachte den Ball gefährlich nach innen. Über Umwege gelangte das Spielgerät zu Kingsley Prince Madumere, der goldrichtig stand und aus kurzer Distanz zur erneuten Zipsendorfer Führung einschob. 1:2! Was für ein Wirkungstreffer in einer Partie, in der die Gastgeber bis dahin über weite Strecken den Ton angegeben hatten. Die Bautzener Fans mussten diesen Rückschlag erst einmal verdauen, doch für unseren ZFC war noch längst nicht Schluss. Gerade einmal zwei Minuten später schlug Kingsley Prince Madumere erneut zu. Nach einem schönen Zuspiel von Florian Hansch wurde unser Angreifer auf die Reise geschickt und blieb vor dem Tor eiskalt. Mit seinem Abschluss ins lange Eck stellte er in der 85. Minute auf 1:3 und sorgte damit für die Vorentscheidung. Innerhalb kürzester Zeit hatte unsere Elf aus einer schwierigen und wackeligen Begegnung einen Zwei-Tore-Vorsprung gemacht. Was wenige Minuten zuvor noch kaum vorstellbar gewesen war, wurde plötzlich Realität. Unser ZFC hatte in der Schlussphase mit einem Doppelschlag zugeschlagen und den Spielverlauf damit auf den Kopf gestellt. Bei den zuvor so stark aufspielenden Bautzenern gingen verständlicherweise die Köpfe nach unten. Wer über weite Strecken das Spiel mitbestimmt, zahlreiche Chancen herausarbeitet und am Ende dennoch mit leeren Händen dasteht, muss einen solchen Ausgang erst einmal verdauen. Unsere Jungs ließen in den verbleibenden Minuten nichts mehr anbrennen, verteidigten die Führung konsequent und brachten den Auswärtssieg schließlich über die Zeit. Am Ende stand ein 3:1-Erfolg beim FSV Budissa Bautzen auf der Anzeigetafel – ein Ergebnis, das sich aus Zipsendorfer Sicht natürlich sehen lassen kann, den tatsächlichen Spielverlauf aber nicht widerspiegelt.

Damit bleibt unser ZFC Meuselwitz Spitzenreiter der NOFV-Oberliga Staffel Süd! Und dennoch wäre es falsch, diesen Abend ausschließlich am Ergebnis zu messen.

Eine Gala war das ganz sicher nicht. Vielmehr war es ein Auftritt, bei dem unsere Mannschaft über weite Strecken nicht zu ihrem Spiel fand, dem Gegner zu viele Räume überließ und sich bei der Chancenverwertung der Bautzener sowie bei einigen starken Paraden von Lukas Sedlak bedanken durfte. Gerade unser Schlussmann war in den entscheidenden Momenten hellwach und hielt unsere Elf mit seinen wichtigen Rettungstaten im Spiel. Gleichzeitig gehört zur Wahrheit aber auch, dass Fußball nicht immer nur über spielerische Glanzleistungen entschieden wird. Manchmal muss man sich einen Sieg hart erarbeiten, Rückschläge wegstecken und im richtigen Moment eiskalt zuschlagen. Genau das ist unserer Mannschaft in Bautzen gelungen. Dass mit Kingsley Prince Madumere ein zur Pause eingewechselter Spieler gleich dreifach entscheidend in Erscheinung trat und mit seinem Dreierpack den Auswärtssieg sicherte, unterstreicht zudem einmal mehr den Wert unserer Bank. Auch Noah Tänzer und Janik Mäder setzten mit ihren Vorarbeiten einen wichtigen Akzent, nachdem sie erst kurz zuvor ins Spiel gekommen waren.

Fazit: Unterm Strich nimmt unser ZFC also drei ganz wichtige Punkte mit nach Zipsendorf und behauptet die Tabellenführung. Der Auftritt in Bautzen dürfte intern allerdings durchaus Anlass zur Aufarbeitung geben, denn die kommenden Aufgaben werden keineswegs einfacher. Bereits am nächsten Wochenende wartet in der heimischen bluechip-Arena mit der zweiten Mannschaft der SG Dynamo Dresden der nächste anspruchsvolle Gegner. Dort wird unsere Elf sicherlich wieder ein anderes Gesicht zeigen müssen, um den nächsten Dreier einzufahren. Denn eines hat dieser Abend in Bautzen deutlich gemacht: Auch gegen einen Tabellenelften bekommt man in dieser Liga nichts geschenkt. Umso wichtiger ist es, dass unsere Mannschaft den Kampf angenommen, bis zum Ende durchgehalten und sich mit drei Treffern in der Schlussphase doch noch belohnt hat. Weiter geht’s, ZFC! Die Tabellenführung ist verteidigt, die nächsten Aufgaben warten – und unsere Kicker werden alles daransetzen, auch am kommenden Wochenende wieder gemeinsam mit unseren Fans zu jubeln.

Stimmen zum Spiel 

Georg-Martin Leopold (Trainer ZFC Meuselwitz): Wir wollten hier guten Fußball spielen. Das hatten wir uns vorgenommen. Die schöne Anlage und die hervorragenden Platzverhältnisse hätten das auch hergegeben. Aber ich glaube, wenn ich das ganze Spiel sehe, muss ich von einem unverdienten bzw. glücklichen Sieg unserer Mannschaft reden. In der ersten Halbzeit haben wir Nullkommanull stattgefunden. Wir wollten alles spielerisch lösen und es fehlte an Einsatzverhalten und Zweikampfwillen. Wir hatten dann einen Torhüter, der viele Situationen entschärft hat, und viel Glück. Die Wucht, die Bautzen entwickelt hat über Ecken und Einwürfe, solche Einwürfe habe ich in der Regionalliga nicht gesehen, sind schwer zu verteidigen. Aber wir finden, und darum stehen wir auch vorne, immer wieder Mittel und Wege, Spiele zu gewinnen. Ob nun durch gute Einwechslungen oder auch Anpassungen. Am Ende haben wir unsere Chancen konsequenter genutzt als der Gastgeber. Ich hätte nach dem 1:1 auch den Punkt mitgenommen, denn der Gastgeber war besser, aber wir hatten eben die Qualität, das Spiel doch zu gewinnen. 

Steve Dieske (Trainer Budissa Bautzen): Glückwunsch zum Sieg. Wir sind natürlich niedergeschlagen. Ich glaube, wir haben heute in der ersten Halbzeit vieles richtig gemacht. Wir hatten einen guten Teamauftritt mit Wucht und Dynamik. Haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, nur die Chancen wurden liegen gelassen. Wenn wir in Führung gehen, wird das ein anderes Spiel und von den Anpassungen her beim Gegner noch einen Zacken anders. In der zweiten Halbzeit haben wir dann drei Fehler gemacht, die in so einer Liga und gegen so einen Gegner dann auch bestraft werden. Bei allen drei Gegentoren waren wir irgendwie mitbeteiligt. Heute hatten wir so viele Standards, da muss man mehr Kapital draus schlagen, sonst verliert man so ein Spiel. Wir müssen die Intensität und das Auftreten aus diesem Spiel jetzt mit in die nächsten Partien mitnehmen, dann werden wir die nötigen Punkte auch holen.

J.K.


Tore: 0:1 Madumere (54.), 1:1 Zech (62.). 1:2 Madumere (83.), 1:3 Madumere (85.)

Budissa Bautzen: Kiefer, Weiß, Schröder, Zech (86.Bagusch), Hot (86.Noak), Hennig, Gerhardi, Orosz (75.Sobe), Mende, Käppler, Schmidt

ZFC Meuselwitz: Sedlak, Stiller (46.Madumere), Schulz, Nitschke, Teßmer (90.Schröder), Smyla, Schätzle, Hansch (90.Kone), Müller, Born (46.Mäder), Kießling (71.Tänzer)

Zuschauer: 315

Gelbe Karten: Gerhardi, Sobe (alle Bautzen), Born.Teßmer, Smyla (alle (ZFC)

Schiedsrichter: David Isaias Petzak | Leon Gerngroß und Marcel Mallassa

Homepage ZFC Meuselwitz