Die Spielberichte der C-Junioren Verbandsliga, St. 1


C-Junioren Verbandsliga, St. 1

SG FC Saalfeld vs. ZFC Meuselwitz
2 : 1



Der Fußballgott trug nicht unsere Farben

Am Sonntag, den 10.12.2023, reisten unsere C-Junioren zum letzten Pflichtspiel des Kalenderjahres zur SG FC Saalfeld. Es hieß, nochmal alle Kräfte bündeln und sich mit einer vernünftigen Performance aus dem Jahr zu verabschieden. Leider mussten wir uns aufgrund des Spielplans in den letzten drei Wochen mit Testspielen „über Wasser" halten und nutzten diese Zeit ausgiebig, um an unseren Baustellen zu arbeiten. Die Bereitschaft dieser Mannschaft ist phänomenal, denn trotz der ausbleibenden Erfolgserlebnisse in der Hinrunde ist die Moral intakt. Auch aus diesem Grund fuhren wir zuversichtlich in die Region zwischen Saale und Thüringer Wald. Außerdem konnten wir mit dem Testspielerfolg vor zwei Wochen gegen Könderitz etwas Selbstvertrauen tanken.

Schiedsrichter der Partie war Tony Staatz. Er hatte beim Aufeinandertreffen der beiden fairsten Mannschaften der Liga keinerlei Mühe und trug mit seiner souveränen Art zu einem respektvollen Miteinander bei. Wiederum bedeutet das nicht, dass sich die Mannschaften auf dem Platz irgendetwas schenkten. Die Saalfelder wirkten etwas überrascht von dem Auftreten unserer Kids. Schon in den ersten 15 Minuten wurde deutlich, dass die Zipsendorfer keine Laufkundschaft waren und hier mit dem Willen, etwas Zählbares mitzunehmen, angereist waren. Wir attackierten die Gastgeber früh in der eigenen Hälfte und kamen zu vielversprechenden Umschaltmöglichkeiten. Leider blieb uns der Torerfolg, wie so oft in der Hinrunde, verwehrt. Nach besagter Anfangsviertelstunde konnte sich Saalfeld dann etwas aus unserer Umklammerung lösen und stellte auf einfachste Mittel um. Sie überbrückten das Mittelfeld schnell und gingen vermehrt mit viel Power auf die zweiten Bälle, um dann aus der Distanz zu schießen. So entstand auch das überraschende 1:0, als wir ca. 25 Meter vor dem Tor im Zentrum keinen Zugriff bekamen und sich der Fernschuss hinter unserem Torhüter an die Unterlatte und ins Tor senkte. Man spürte aber, dass die Kids an diesem Tag nicht gewillt waren „klein bei" zu geben. In der Vergangenheit sind wir nach Rückständen regelmäßig kurzzeitig von der Rolle gewesen und haben weitere Gegentore hinnehmen müssen. Nicht so an diesem zweiten Advent. Wir blieben unserer Linie treu, setzten den Gegner weiterhin schon in deren Hälfte unter Druck und kamen postwenden zum hochverdienten Ausgleich. Bis zur Halbzeit blieben wir mit dem Fuß auf dem Gaspedal und hatten weitere Einschussmöglichkeiten, belohnten uns aber leider nicht.

In der Halbzeitpause spürte man förmlich die Zuversicht und Überzeugung. Wir waren der Führung deutlich näher als die Gastgeber. Uns war klar, dass Saalfeld uns etwas unterschätzt hatte und nun mit mehr Wucht und einer gehörigen Portion Wut im Bauch aus der Kabine kommen würde. Wir nahmen uns fest vor, körperlich alles in die Waagschale zu werfen und dagegen zu halten. Zwar gelang es uns nicht mehr so oft, wie im ersten Abschnitt, den Gegner „hoch" zu attackieren, aber wir ließen hinten so gut wie nichts zu. Einzig über Standartsituationen kamen unsere Gegner vor unser Tor, aber sowohl unser Torhüter als auch die vielbeinige Abwehr war aufmerksam und ließ nichts anbrennen. Auf der anderen Seite setzten wir immer wieder Nadelstiche in der Offensive und blieben brandgefährlich. Mitte der zweiten Halbzeit verlagerte sich das Spielgeschehen dann wieder etwas zu unseren Gunsten. Es knisterte förmlich und es lag eine unglaubliche Spannung in der Luft, weil sich keine der Mannschaften mit dem Unentschieden zufriedengab. Die Saalfelder gingen nicht von ihrer Linie ab, nur verteidigten wir sehr viel konsequenter und leidenschaftlicher als so oft in dieser Spielzeit. Nicht nur die mitgereisten Eltern von der Glaserkuppe waren sich einig, dass der ZFC nun dem Siegtreffer näher war als die Gastgeber. Allein in der letzten Viertelstunde vergaben wir nach einer Eingabe freistehend im 5-Meter-Raum, einem Pfostentreffer nach toller Kombination und knapp neben das Tor nach überragender Einzelaktion gleich drei Hochkaräter. Leider belohnten wir uns nicht und es kam, wie es sprichwörtlich kommen musste. Wenn du deine Chancen nicht nutzt, rächt sich das leider sehr oft… Quasi mit dem Schlusspfiff in der zweiminütigen Nachspielzeit bekamen wir nach mehrmaligem Ballgewinn das Spielgerät nicht aus der Gefahrenzone geklärt, weshalb Saalfeld aus dem Gewühl heraus tatsächlich noch den späten, wenn auch unverdienten, Siegtreffer erzielte. Dem Knock-Out für uns…

Die Kids waren fassungslos nach dem Spiel. Sie lagen erschöpft und traurig auf dem Kunstrasen. Mit etwas Abstand betrachtet, als die Enttäuschung etwas gewichen war, können wir unfassbar stolz auf die Kids von der Glaserkuppe sein. Aufgrund der Hinserie hätten uns wohl nur die Wenigsten eine solche Leistung zugetraut. Es war ein deutliches Zeichen an uns selbst, dass wir noch am Leben sind. Das unser Weg und unsere fleißige Arbeit sich auszahlen kann, wenn wir niemals aufgeben und beharrlich, konzentriert und konsequent weitermachen. Die Kids haben das Spiel förmlich gelebt und all die Tugenden auf die Straße gebracht, die wir Woche für Woche fordern. Wille, Überzeugung, Mut und Emotionen waren spürbar und wir sind einer für den anderen in die Bresche gesprungen. Wir haben einen Zusammenhalt, wie in einer Familie an den Tag gelegt. Unsere ZFC-Familie eben! Das Trainerteam zieht tief den Hut vor der spielerischen und kämpferischen Leistung, aber hat auch allergrößten Respekt davor, wie sich niemand hängen lässt und trotz vieler Rückschläge niemals den Mut verliert! Wir sind verdammt stolz auf euch!

Sport frei


ZFC: Lee-Sonn Kretschmer - Moritz Höfer (Karl Flor), Noel Elsner, Pepe Sattler, Tim Vieweger – Emil Schatte, Alexander Krumsdorf, Nike Krüger, Friedrich Schubert (Jayden Werner), Dean Müller - Finn Buschner





Statistik

Tore: Dean Müller

ZFC: Lee-Sonn Kretschmer - Moritz Höfer (Karl Flor), Noel Elsner, Pepe Sattler, Tim Vieweger – Emil Schatte, Alexander Krumsdorf, Nike Krüger, Friedrich Schubert (Jayden Werner), Dean Müller - Finn Buschner




Fotos