GUTES SPIEL UND WAHNSINNSMORAL WIRD WIEDER NICHT BELOHNT
Manchmal ist Fußball eben nicht gerecht. Wie schon im letzten Spiel musste sich unser ZFC Meuselwitz II, diesmal vor eigenem Publikum, trotz einer über weite Strecken richtig guten Leistung knapp geschlagen geben. Am Ende stand gegen die Spitzenmannschaft des SC 03 Weimar eine bittere 2:3-Niederlage zu Buche.
Am Samstag, dem 19. September 2026, empfing unser ZFC Meuselwitz II im Landesklasse-Duell den Tabellenzweiten SC 03 Weimar. 60 Zuschauer wollten sich die Partie nicht entgehen lassen, darunter auch eine stattliche Anzahl an mitgereisten Gästen. Unter der Leitung von Schiedsrichter Bruno Scharnowski entwickelte sich von Beginn an ein temporeiches und intensives Spiel, in dem beide Mannschaften munter nach vorn spielten. Die erste gute Möglichkeit gehörte in der 5. Spielminute den Gästen. Florian Giebel kam nach einem kurzen Wackler an den Ball, setzte seinen Abschluss aber knapp am Tor vorbei. Unser ZFC zeigte sich davon keineswegs beeindruckt und hatte in der 10. Spielminute seinerseits eine gute Gelegenheit. Elias Goebel spielte einen starken Pass auf Severin Schulze, der jedoch noch entscheidend abgedrängt werden konnte. Es war ein schnelles Spiel, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten. In der 23. Spielminute bot sich Maximilian Rast nach einer guten Hereingabe die Möglichkeit zur Führung für den SC 03 Weimar, doch er rutschte am Leder vorbei. Nur drei Minuten später hätte unser ZFC dann gleich mehrfach zuschlagen können. In der 26. Spielminute wurde der erste Abschluss noch gehalten, beim zweiten Versuch setzte Mazen Mohamad den Ball an die Unterkante der Querlatte. Von dort sprang das Leder zurück ins Spielfeld und landete bei unserem Kapitän Charalambos Chionidis, der den Ball anschließend leider über den Querbalken setzte. Unsere Elf war zu diesem Zeitpunkt richtig gut in der Partie und hatte sich inzwischen sogar ein leichtes optisches Übergewicht erarbeitet. Die Möglichkeiten waren da, doch noch fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss. In der 41. Spielminute war es dann endlich soweit: Nach einer wunderschönen Hereingabe von Severin Schulze nahm Mazen Mohamad den Ball direkt und versenkte ihn im Weimarer Tor. 1:0 für unseren ZFC – und aufgrund des bisherigen Spielverlaufs durchaus eine verdiente Führung. Kurz vor dem Pausenpfiff hätte der SC 03 Weimar allerdings noch den Ausgleich erzielen können (44.). Da kam Maximilian Rast zu einem guten Abschluss, doch unser ZFC konnte die Führung mit in die Halbzeit nehmen.
Nach dem Seitenwechsel war sofort zu erkennen, dass sich die Gäste einiges vorgenommen hatten. Adrian Hanselmann setzte den ersten Abschluss der zweiten Hälfte allerdings über das Zipsendorfer Tor. Anschließend übernahm unser ZFC noch einmal kurz die Initiative und setzte die Weimarer mit einigen drangvollen Aktionen unter Druck. Ab etwa der 60. Spielminute wurden die Gäste jedoch stärker und erhöhten den Druck auf unser Tor. Zipse hielt dagegen, warf sich in die Zweikämpfe und verteidigte als Einheit. Einer arbeitete für den anderen, jeder kämpfte für den Nebenmann. So konnten die Angriffe des SC 03 Weimar zunächst immer wieder gut wegverteidigt werden. Bis zur 69. Spielminute. Dann fiel leider doch der Ausgleich. Eine Flanke in den Strafraum köpfte Franz-Michael Queck in Richtung Zipsendorfer Tor und der Ball senkte sich zum 1:1 in die Maschen. Doch unser ZFC ließ sich auch davon nicht entmutigen und hatte seinerseits weiterhin gute Aktionen in Richtung Weimarer Tor. In dieser Phase war zu sehen, dass unsere junge Mannschaft keineswegs gewillt war, sich mit dem Punkt zufriedenzugeben. Und dann wurde es in der Schlussphase turbulent. Eigentlich hätte man zu diesem Zeitpunkt mit einem 1:1 durchaus leben können. Beide Mannschaften hatten ihre Möglichkeiten, beide hatten über weite Strecken ein gutes Spiel gezeigt. Doch eine umstrittene Situation sollte der Partie eine entscheidende Wendung geben. Nach einem Zuspiel der Weimarer in die Spitze lief der Angreifer auf unser Tor zu. Aus Zipsendorfer Sicht war die Situation dabei zumindest sehr abseitsverdächtig, und aus meiner Sicht eigentlich eindeutig. Die Fahne des Assistenten blieb jedoch unten. Unser Torhüter Hagen Nitschack eilte deshalb aus seinem Tor, um die Situation zu klären, traf dabei den Angreifer und sah anschließend wegen einer Notbremse die Rote Karte. Keine Frage: Entscheidungen müssen auf dem Platz getroffen werden, und gerade für junge Unparteiische ist es sicherlich nicht einfach, in einer solchen Situation die richtige Entscheidung in Sekundenbruchteilen zu treffen. Dennoch war es aus meiner Sicht eine Szene, die das Spiel entscheidend beeinflusste. Unsere Mannschaft musste nun in Unterzahl weiterspielen. Für Hagen Nitschack kam Collin Bauer ins Tor – und der parierte den daraus folgenden Freistoß zunächst ganz stark. Doch der Ball blieb im Strafraum und Nico Thümmel war im Nachsetzen in der 87. Spielminute per Kopf zur Stelle und erzielte das 1:2. Auch diesmal war die Entscheidung umstritten, da es zumindest abseitsverdächtig schien. Wieder einmal lag unser ZFC hinten. Wieder einmal hätte man sich über den Spielverlauf ärgern können. Und wieder einmal zeigte unsere Mannschaft eine unglaubliche Moral. Mit einem Mann weniger stemmten sich unsere Jungs gegen die drohende Niederlage und wurden für diesen Einsatz tatsächlich noch belohnt. Nach einem Foul im Weimarer Strafraum gab es in der regulären Schlussminute Elfmeter für unseren ZFC. Mazen Mohamad übernahm Verantwortung – und blieb eiskalt. Sicher verwandelte er den Strafstoß zum 2:2. Was für ein Kampf! Was für eine Moral!
Auch unser Trainer Heiko Weinert, der nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem vergangenen Spiel diesmal zum Zuschauen verurteilt war, dürfte in diesem Moment kurz auf einen versöhnlichen Ausgang gehofft haben. Von außen musste er mit ansehen, wie sich seine Mannschaft nach diesem erneuten Rückschlag noch einmal aufbäumte und den verdienten Lohn für ihren Einsatz suchte. Doch Fußball ist eben manchmal nicht gerecht. Der SC 03 Weimar erhöhte in Überzahl noch einmal den Druck und drängte auf den Sieg. Und tatsächlich fiel in der 4. Minute der Nachspielzeit noch der Treffer zum 2:3. Jamey Liebeskind reagierte bei einer Hereingabe am schnellsten und schob den Ball zum späten Siegtreffer für die Gäste ins Tor. Danach herrschte natürlich riesige Enttäuschung im Zipsendorfer Lager, während die Weimarer ausgelassen jubelten. Glückwunsch an den SC 03 Weimar, der sich damit die Tabellenführung sichern konnte.
Fazit: Für unsere Kicker bleibt trotz der Niederlage aber vor allem eines festzuhalten: Diese junge Mannschaft kann mit den Besten der Liga absolut mithalten. Das hat auch diese Partie wieder eindrucksvoll gezeigt. Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir mehrere gute Möglichkeiten, selbst für eine höhere Führung zu sorgen. Mit etwas mehr Konsequenz im Abschluss hätte die Partie möglicherweise schon vor der Pause eine andere Richtung nehmen können. Natürlich tut diese Niederlage weh. Besonders schwer ist es, wenn man nach Abpfiff in die vielen hängenden Köpfe unserer jungen Spieler schaut. Denn sie haben alles gegeben, füreinander gekämpft und sich nach dem Rückschlag sogar noch einmal zurück ins Spiel gearbeitet. Für Heiko Weinert und sein Trainerteam beginnt damit in den kommenden Tagen eine mindestens ebenso wichtige Aufgabe wie die Vorbereitung auf das nächste Spiel: die Mannschaft wieder aufzurichten. Nach der bitteren Niederlage zuletzt in Jena ist dies bereits der zweite Nackenschlag in kurzer Zeit, den unsere jungen Spieler wegstecken müssen. Gerade in solchen Momenten braucht eine junge Mannschaft ihre Trainer, ihre Mitspieler und ihr Umfeld. Auch wenn Heiko Weinert diesmal selbst nur zuschauen durfte, wird er gemeinsam mit seinem Gefolge nun gefordert sein, die Enttäuschung in neue Energie umzuwandeln. Denn die Mannschaft hat in dieser Partie gezeigt, dass sie das Potenzial besitzt, auch gegen die Spitzenmannschaften der Liga zu bestehen. Dieses Gefühl muss jetzt wieder in die Köpfe und Herzen der jungen Spieler. Auch die Diskussionen um die entscheidenden Schiedsrichterentscheidungen sollten dabei sachlich bleiben. Ein Schiedsrichterbeobachter war vor Ort und wird die Situationen sicherlich entsprechend bewerten. Niemandem ist damit geholfen, junge Schiedsrichter oder Assistenten persönlich anzugreifen. Wir sind froh, dass sich junge Männer dieser schwierigen Aufgabe stellen. Es ist sicherlich nicht einfach, an der Seitenlinie zu stehen, wenn von außen plötzlich jeder Zuschauer glaubt, die Situation besser gesehen zu haben. Trotzdem darf man aus meiner Sicht festhalten, dass die entscheidende Szene rund um die Rote Karte das Spiel maßgeblich beeinflusst hat. Vielleicht wäre ein Unentschieden am Ende für beide Mannschaften ein Ergebnis gewesen, mit dem man am ehesten hätte leben können. Aber so ist Fußball. Nicht immer gerecht. Nicht immer vorhersehbar. Und manchmal brutal. Unser ZFC hat wieder einmal gezeigt, dass er sich auch gegen eine Spitzenmannschaft nicht verstecken muss. Die Mannschaft hat gekämpft, sie hat gespielt, sie hat Moral bewiesen – und genau darauf können wir aufbauen. Jetzt heißt es: Kopf hoch, Wunden lecken und weitermachen. Denn eines ist sicher: Es geht weiter. Es geht immer weiter.
Und Zipse II wird weiter kämpfen! Den Jungs aus Weimar wünschen wir alles Gute für die weitere Saison und wir freuen uns auf das Rückspiel im Stadion Lindenberg. Unsere Mannschaft hat am kommenden Wochenende, leider wieder zeitgleich mit dem Spiel unserer ersten Mannschaft, den nächsten Hochkaräter vor der Brust. Am Samstag, dem 26.09.2026, trifft Zipse II im Stadion am Steg (Anstoß 15 Uhr) auf die BSG Wismut Gera. Wer noch nichts vorhat: Die Jungs brauchen Unterstützung!! Danke an die anwesenden Ordner, Kassiererin Jutta, die Mädels im Kiosk und an unseren heutigen Stadionsprecher Thomas. Ein riesiges Dankeschön auch an unsere Katja für den leckeren Kuchen.
Für Zipse II spielten: Hagen Nitschack, Charalampos Chionidis (C), Tizian Hirsch, Jonas Höfer, Jacob Dörfer, Elias Jankowsky (90.+3. Tom Döring), Elias Goebel (70. Finn Weber), Julius Landgraf (85. Collin Bauer), Marc-Edgar Zergiebel, Mazen Mohamad, Severin Schulze (68. Johannes Kunze).
J.K.
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