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Alte Herren 2017

SG Meng.-Hämmern/ Sbg.-West vs. FC Carl Zeiss Jena
3 : 7

Die Alt-Herren-Mannschaft des TSV wird präsentiert von


Wenn Legenden richtig aufdrehen
von Cindy Heinkel
 

Für ein paar Spielminuten lag die Sensation förmlich in der Luft: Gegen die Traditionself vom FC Carl Zeiss Jena stand es nach acht Minuten 1:0 für die Altherren-Auswahl mit

Spielern des Landkreises.


Mengersgereuth-Hämmern – So manch’ einer musste sich wohl zu Beginn des Fußballabends am Freitag in Mengersgereuth-Hämmern die Augen reiben. Denn die in schwarzgold aufgelaufene, zusammengewürfelte Alte-Herren-Mannschaft war zunächst mehr in der Jenaer Hälfte unterwegs als in der eigenen Abwehr. Kay Luthardt versenkte schon nach acht Minuten den ersten Treffer gegen die Traditionself von Carl Zeiss.

Wenig später hatte André Friedrich gar die Chance, per Kopfball auf 2:0 zu erhöhen. Jens Nicolai lag der Ausbau der Führung gleich zweimal förmlich auf dem Fuß. Fast 20 Minuten lang drehten die Alten Herren – eine Mischung aus gestandenen Bettelhecker, Köppelsdorfer, Sonneberger, Schalkauer, Rauensteiner und Mengersgereuther Fußballern – so richtig auf. Dann jedoch konterten Bernd Stange, Harald Irmscher, Lothar

Kurbjuweit & Co. mit ihrer ganzen Routine. Dem Solo des Zeiss-Stürmers Christian Reimann hatten die Mengersgereuther nichts entgegen zu setzen. Es folgte ein Strafstoß, den Miroslav Jovic zum 1:2 verwandelte. Zwei weitere Tore kassierten die Schwarz-Goldenen bis zur Halbzeit, wobei ihr Keeper Ronny Bayer noch mehrere Hochkaräter vereitelte. Als Referee Klaus-Dieter Lepke (Spechtsbrunn) nach 80 Minuten die Partie

abpfiff, war der Tor-Gong von Stadionsprecher Ulli Wohlfahrt zehn Mal erschallt: Mit 7:3 hatte Carl Zeiss das vom FSV 1999 Mengersgereuth- Hämmern organisierte Freundschaftsspiel für sich entschieden.


Teils von der Trainerbank verfolgte der frühere DDR-Nationalcoach Bernd Stange (69) die Partie. Er lobte den „einwandfreien Gegner": „Die Jungs sind sportlich wie technisch gut drauf und kämpfen unheimlich."

Vor allem Mittelfeldmann Ronny Brehm hatte es dem Oldie angetan: „Wenn der jung wäre, würde ich ihn sofort nach Jena schicken – bei seinem Spielverständnis." Stange staunte über die eigenen Mannschaftskameraden ebenso: „Der Irmscher ist 71, der läuft noch wie ne Uhr. Da sieht man die internationale Klasse aufblitzen." Ein Mal pro Woche trainiert die Traditionself in Jena. Etwa zwei Mal im Jahr tritt sie zu einem Freundschaftsspiel wie diesem an: „Der Spaß am Sport und der Antrieb, bis ins hohe Alter fit zu bleiben", benennt Stange die Gründe, warum er noch gern auf dem Platz steht und an diesem Abend mit seinen Mannen ins Südthüringische gereist ist. Ähnlich ergeht es Fußball-Legende Harald Irmscher, Spieler in der DDROberliga und Nationalmannschaft und später Fußballtrainer. Fast das ganze Spiel hat er im Alter von 71 Jahren durchgepowert und gönnt sich im Anschluss ein Bierchen: „Die Mengersgereuther sind sehr, sehr gute Gastgeber. Sie haben einen schönen Platz. Das Vereinsheim und die Kabinen sind auf hohem Niveau – bemerkenswert für so eine kleine Gemeinde", konstatierte er. Spielerisch fand er die Alte-Herren-Auswahl ebenfalls top: „Wenn man bedenkt, dass sie so in dieser Formation zum ersten Mal gespielt hat, haben sich die Jungs recht gut verkauft und hatten auch viele Chancen."


Eine faire Partie, ohne Verletzte, mit raffinierten Kabinettstückchen, zehn Toren... Was will das Fußball-Herz mehr? Allein die Zuschauer-Zahl trübte das Fußball-Highlight im Hinterland: 300 Besucher waren vom FSVVorstand im Vorfeld angepeilt worden. Gerade mal knapp die Hälfte hatte sich aufgerafft – trotz Abendsonne und Windstille. Hartmut Franz, Mitglied im Kreissportbund Sonneberg, hatte dafür die richtigen Worte parat: „Wenn man überlegt, dass im Landkreis Sonneberg rund 3000 Fußballer im Verband organisiert und heute so wenig davon hier sind, dann ist das beschämend." Die Bemühungen der Vereine würden nicht gewürdigt, und eigentlich sollten solche Veranstaltungen die ganze Region beleben und Interesse wecken.

Gerade jüngere Fußballer könnten sich doch hier was abschauen, ist Franz überzeugt. Ähnlich denkt auch Thomas Roß, der aus Steinach herübergekommen ist: „Für das, was hier geboten wurde, hätte es wesentlich mehr Zuschauer verdient. Es ist schön, dass ein solches Freundschaftsspiel überhaupt organisiert wurde und es zeigt die Kreativität der Köpfe im Verein. Man sollte dieses Engagement mutig beibehalten", so der Fördervereinsvorsitzende des SV 08 Steinach. Unter Irmscher hat er einst selbst trainiert in der Jugend-Nationalmannschaft der DDR. Beim FC Carl Zeiss Jena hatte er drei Erstliga-Einsätze. Insofern ist Roß froh, einige seiner alten Weggefährten zu treffen. Und zu sehen, dass sie trotz ihres Alters den Spaß am Fußball nicht verloren haben.


Alte Herren Sonneberg: Ronny Bayer, Mario Otto,  Stephan Brückner, Sven Reyher, Franz Gutt, Thomas Spörl, Mike Eber, Heiko Heßland, Jens Nicolai, Peter Leuthäuser, Stefan Wohlfahrt, Michael Kocksch, Ronny Brehm, Sandro Schultheiß, Kay Luthardt, Marian Rexheuser, Holger Scheler, André Friedrich, Mario Ries


Carl Zeiss Jena: Harald Irmscher, Bernd Stange, Lothar Kurbjuweit, Ulrich Göhr, Heiko Weber, Miroslav Jovic, Henryk Lihsa, Steffen Zipfel, Frank Berger, Fred Steinborn, Stefan Treitl, Christian Reimann, Christian Fröhlich


Klaus-Dieter Lepke (Spechtsbrunn) – 140 – 1:0 Kay Luthardt, 1:1 Christian Reimann, 1:2 Miroslav Jovic (Elfmeter), 1:3 Christian Reimann, 1:4 Christian Reimann, Pause, 1:5 Miroslav Jovic, 2:5 Kay Luthardt, 2:6 Miroslav Jovic, 2:7 Frank Berger, 3:7 Marian Rexheuser

 

Quelle: Freies Wort,Lokalsport Sonneberg vom 3.7.2017




Die Vorschau:

 

Nationaltrainer wird (heraus)gefordert

 

Bernd Stange kommt an die Quieraustraße: Der FC Carl Zeiss Jena kommt mit seiner Traditionself am Freitag, 30. Juni, zum Fußballspielen nach Mengersgereuth-

Hämmern. Dort trifft er auf eine gut bestückte Altherrenauswahl des Landkreises Sonneberg.

Mengersgereuth-Hämmern – Auf Einladung des gastgebenden FSV 1999 Mengersgereuth-Hämmern werden am heutigen Freitag Spieler wie Bernd Stange, langjähriger Coach der DDR-Nationalmannschaft, sowie Lothar Kurbjuweit, Olympiasieger mit der DDR-Auswahl, im Stadion an der Quieraustraße auflaufen. Ab 19 Uhr geht es 90 Minuten lang gegen eine Altherrenauswahl mit routinierten Spielern aus dem ganzen Landkreis Sonneberg.

Der Anstoß erfolgt um 19 Uhr; der Eintritt kostet fünf Euro; Kinder zahlen nichts. Neben Bernd Stange und Lothar Kurbjuweit dürfen sich Fußballfans auch auf weitere Größen in der Traditionself freuen: Harald Irmscher, Heiko Weber, Ulrich Göhr, Fred Steinborn, Stefan Treitl, Steffen Zipfel, Henryk Lihsa, Frank Berger, Christian Reimann, Miro Jovic und Christian Fröhlich bilden das Team. Mit dabei sind als Betreuer auch Amigo Scheitler und Günther Burkhardt. „Das Freundschaftsspiel ist wieder eines der Highlights in unserem Vereinsleben", sagt FSV-Vorstand Holger Scheler. Schon in den vergangenen Jahren hatte Scheler und der FSV 1999 namhafte Mannschaften nach Mengersgereuth-Hämmern geholt – unter anderem Dynamo Dresden, Holstein Kiel, Rot-Weiß Erfurt, den 1. FC Nürnberg, den FSV Zwickau sowie die Bundesliga-A-Junioren von Hertha Berlin-Zehlendorf.


Bernd Stange gilt als einer „der großen Fußball-Helden des Ostens", schrieb einmal die Mitteldeutsche Zeitung über ihn. Von 1983 bis 1988 war Bernd Stange Chefcoach der DDR-Nationalauswahl. Nach der Wende folgten für den Trainer Stationen bei Hertha BSC und VfB Leipzig, ehe ihn seine Fußballreise quer um den Globus führte: vom australischen Perth über Irak bis nach Singapur, wo er im Frühjahr 2016 seinen Trainerposten der Nationalmannschaft aufgab. In über 162 Länderspielen stand er bislang für fünf verschiedene Fußball-Verbände an der Seitenlinie. Auch mit seinen 69 Jahren denkt der sächsische Fußball-Coach noch nicht ans Aufhören, wie er auch der Bildzeitung in einem Interview mitteilte. Stattdessen sei seine Karriere „noch nicht zu Ende. Ich bin gesund und topfit – spiele Fußball und treibe Sport", wie der ehemalige DDR-Trainer zu verstehen gibt. Davon kann sich jeder, der Lust hat, heute überzeugen: 19 Uhr, auf dem Sportplatz in Mengersgereuth-Hämmern.


Allerdings hofft Stange selbst, dass FSV-Organisator Holger Scheler nicht sein Landkreis-Dreamteam auf den Rasen schickt. „Er hat Angst, dass wir zu jung für ihn sind", scherzt der Mengersgereuther, der auf seinem Auswahlzettel sicherlich Namen wie Luthardt, Eber, Nicolai, Scheler, Brehm, Wohlfarth, Bayer und Gutt stehen hat. Aus Schelers Sicht sei das aber nicht das Wichtigste: „Wir wollen die alten Haudegen noch einmal sehen und hoffen, dass so 200, 300 Gäste zu uns finden", meint Scheler. Ein wenig bange blickt er dabei aber hinauf zum Himmel, denn seit zwei Tagen hat es geschüttet wie lange nicht mehr. „Wir können nur hoffen, dass es besser wird", flüstert Scheler und ergänzt, nun mit kräftiger Stimme: „Es wird besseres Wetter!"


Dass man in Mengersgereuth- Hämmern bei solchen prominenten Gästen nichts dem Zufall überlässt, ist für Scheler und sein Team klar. Für Speis und Trank wird bestens gesorgt sein. Und Uwe Scheler-Eckstein wird am Freitagmittag noch einmal den Rasenmäher-Traktor anwerfen und das Grün an der Quieraustraße auf Wunschhöhe trimmen. Perfekt. Garantiert. hei/fri

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 30.6.17

 
 

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