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Landesliga Frauen

SC 1903 Weimar vs. FC Lok Saalfeld
7 : 1

Von Pfützen und All die Unentwegten, die es am Sonntag-Nachmittag trotz Schmuddel-Wetters auf den Lindenberg-Tenneplatz zog, um dem Mat(s)ch meiner Mädels gegen den Tabellenprimus vom FC Lok Saalfeld beizuwohnen, sollten ihre Entscheidung wohl nicht bereut haben. Denn was sie für das nicht zu zahlende Eintrittsgeld geboten bekamen, war schon recht annehmbar. Da der Rasenplatz von Stadt und Verein aufgrund der Wetterlage nicht als Austragungsstätte zur Verfügung stand und auch in der Region keine Ausweichmöglichkeit auf grünem Geläuf aufgetrieben werden konnte, musste der altehrwürdige Hartplatz einmal mehr für eine Partie der Damen herhalten. Dass diese Partie zu einer Party werden würde, konnte man gleichwohl nicht für möglich halten. Auch wenn die Bedingungen sehr schwierig waren, konnte man dem Platz im Vergleich zu einigen Begegnungen der Vergangenheit (ich erinnere nur an die Schlamm- und Wasserballschlacht gegen Wechmar Anfang März dieses Jahres) dennoch eine eingermaßene (kann man dieses Wort adjektivisch verwenden?) Bespielbarkeit attestieren. Mit dem Regen ging freilich jegliches taktisches Konzept buchstäblich den Bach hinunter, sodass kurzfristig die simpelsten aller Fuballtugenden, wie  Zweikampfhärte, Geradlinigkeit und Volition, neben Schuhwerk und  Stulpen ausgepackt werden mussten. Aber die genannten Qualitäten lagen an diesem Tag in extrem hoher Konzentration bei Melli Theile-Müller und Co. vor, denn vom Anpfiff weg war der Weg in Richtung Saalfelder Gehäuse das Ziel. MIt Ausnahme einer klitzekleinen Halbchance in den Anfangsminuten für Saalfeld sollte Liza Puchta im Tor bis zur 44. Minute (als Saalfelds 10-Tore-Stürmerin Stephanie Pelz - in der vergangenen Serie mit sagenhaften 44 Netzberührungen Thüringens beste Schützin aller Zeiten - allein auf sie zusteuerte, aber - gottlob - an Liza scheiterte)  nur zum Herauslaufen da sein. Dazwischen gab`s Torgelegenheiten in Hülle und Fülle auf der Gegenseite. Da sich der Trainer seit dieser Saison nicht mehr die Mühe macht, praktisch jede Aktion zu verschriftlichen, seien an dieser Stelle nur die tatsächlichen Treffer genannt: Sandra Busch traf nach etwas mehr als sechs Uhrumläufen aus spitzem Winkel zum 1:0, wobei Saalfelds Keeperin Katharina Peth keine allzu gute Figur abgab. Dem abgefälschten 2:0-Freistoß-Treffer von Elli Haase (23.) ging eine strittige Szene voraus, denn hier hätte der ansonst ohne Fehl und Tadel agierende Schiri  Florian Eib aus Erfurt wohl eher auf Freistoß für die Gäste plädieren müssen. Mit Sandra Buschs zweitem Treffer nach klasse Steilpass von Manja Seeger (34.) belohnte sich das Team endlich auch einmal für die gute erste Halbzeit. Hatten wir in den beiden Heimspielen zuvor Uder und Bad Langensalza noch die Punkte wegen unseres hanbüchenen Chancenverwertens geschenkt, sollte der Tabellenführer heuer nicht so glimpflich davonkommen. Sicher hatte Gäste-Trainer Andreas Lindig seine Damen in der Halbzeit bei ihrer Ehre gepackt. Aber Früchte trugen v. a. die Bemühungen der Lindenberg-Damen. Der letztwöchige Stadtlauf, an dem einige durchaus recht erfolgreich beim 10-km- bzw. Halbmarathon-Lauf teilgenommen hatten, schien etlichen Treibstoff mehr in den Tank fließen gelassen zu haben (???), denn die zweite Hälfte begann mit einem wahren Sturmlauf. Bereits nach 30 Sekunden hätte Melli Theile-Müller nach Flanke von Nic Henker scoren können, traf aber unter Bedrängnis den Ball nicht richtig. Nach einer weiteren Möglichkeit in der 47. Minute war es dann Nic Henker vorbehalten, nach klugem Rückpass von Manja Seeger mit sattem Direktschuss für Treffer Numero vier zu sorgen (49.). In der kommenden Viertelstunde sollte nunmehr beinahe alles gelingen. Saalfeld war konsterniert und bekam die Bälle kaum noch aus der Gefahrenzone. Kerstin Förster brauchte nach Pass von Melli Theile-Müller und Sololauf den Ball nur noch an Katharina Peth ins lange Eck parken (5:0, 58.). Nur Augenblicke später - Saalfeld verlor das Leder jetzt sogar schon nach Anstößen -  traf Manja Seeger mit herrlichem Linkshammer aus der Drehung (60.) zum halben Dutzend. Und als vier Minuten später KF Förster nach erneutem Pass von Melli Theile-Müller das 7:0 perfekt machen konnte, kannte der Freudentaumel auf Weimarer Seite endgültig keine Grenzen mehr.
Vielleicht sollte das Team die Maßgabe, dass die Starting Eleven eine große Verantwortung für die Ergänzungsspieler trägt und ihnen v. a. dann eine ausreichende Bewährungschance geboten werden kann, wenn das Spiel in den "richtigen" Bahnen abläuft, immer so wörtlich nehmen... Jedenfalls kam die so stark wie lange nicht besetzte Reserve binnen kürzester Zeit zu ihrem Einsatz: Clara Hoffmann substituierte Sandra Busch im Angriff (61.), Anne (P.) Platzdasch meldete sich nach sechswöchiger Verletzungspause problemfrei zurück (ab 64. für Denise Csincsura), Lydia Müller vertrat ab der 68. Minute Nic Henker und auch Sophie Biskop durfte anstelle von Manja Seeger nach der dünnen  tibetanischen Hochlands- wieder Lindenberg-Luft schnuppern (ebenfalls 68.). Dass mit einer solchen Kumulation an Tauschvorgängen (ich weiß, dass einiger über mein "Schiri, wir möchten tauschen." nicht zu unrecht amüsiert sind) auch ein wenig die Ordnung auf dem Platz verloren geht, sollte klar sein. Die ganz großen Chancen blieben im weiteren Spielverlauf aus, wiewohl Clara Hoffmann mit etwas mehr Fortune vielleicht doch zu einem Treffer hätte kommen können. Saalfeld, das trotz erkennbarer Frustration nicht aufsteckte, kam im Anschluss an eine Ecke dann noch zum Ehrentor durch Meike Schmidt (79.). Übel aufstoßen sollte aber noch eine Szene aus der Nachspielzeit, als sich Laura Platzdasch, die zum wiederholten Male eine bärenstarke Leistung zeigte, einen gelben Karton für Ball-auf-den-Boden-Prellen abholte. Die erste gelbe Karte der Saison tut sicher (noch) nicht weh im Kampf um die Fair-Play-Wertung, aber erinnert sei in dabei an den Verlust des dritten Ranges vor zwei Jahren, als wir am allerletzten Spieltag in der 92. Minute durch ein Foul an der Mittellinie das Geld praktisch verfeuerten!
Für absolut erwähnenswert erachte ich noch eine Geste nach dem Spiel: Als "dienstältester" Landesligatrainer (Zitat Internetseite FC Lok Saalfeld) habe ich es nur sehr selten bis nie erlebt, dass eine Spiel(führ)erin des unterlegenen Teams nach dem Spiel zu mir gekommen ist und mir die Hand geschüttelt hat! Jeder Sportler kann wohl nachvollziehen, wie schwer es fällt, Niederlagen (zumal in dieser Höhe) einzustecken. In Niederlagen jedoch solche Größe zu zeigen unterscheidet einen guten von einem wahren Sportler! Meine Hochachtung, Linda Schmiegel!     
Saalfeld verwies vor der Partie darauf, dass sich in Weimar zeigen wird, ob man zurecht an der Spitze steht - ob der Sieg über den Primus nur eine Eintagsfliege war, werden auch wird erst auch in den nächsten Spielen herausfinden, z. B. beim  folgenden Big-Point in Meuselwitz (Dritter) am kommenden Sonntag. An Peter und Heike sowie alle anderen potenziell Mitreisende: Wir werden nicht in der Bluechip-Arena sondern auf dem Sportplatz in Nißma kicken.   

Aufstellung: Puchta - Csincsura (ab 64. A. Platzdasch), Haase, Weinert, Dietrich - Theile-Müller, Seeger (ab 68. Biskop), L. Platzdasch, Henker (ab 68. Müller) - Förster, Busch (ab 61. Hoffmann)


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