Einen verdienten Punkt nahmen meine Mädels am Sonntag aus Wechmar mit. Der Landesmeister, der in den Auswärtspartien bisher kaum Mannschaftsstärke erreichte (in Jena war man mit nur 9 Spielerinnen angetreten), versammelte im ersten Heimspiel der Saison 15 (!) Damen um im Duell gegen uns bestens gerüstet zu sein. Da Laura Platzdasch wegen ihrer Theatergeneralprobe (die gestrige Uraufführung - eine moderne Adaption des Shakespeareschen Othello-Stoffes - war ein Knaller; ich hatte Tränen in den Augen, so stolz war ich auf unser Nesthäkchen!) erst um 13:45 Uhr in Weimar von den Edelfans Peter und Heike abgeholt werden konnte, traf sie erst mit 40 minütiger Verspätung ein. Somit startete die Elf vom Lindenberg zu zehnt (Bonmot!), obwohl mit Clara Hoffmann eine elfte Spielerin vor Ort war. Trotz Unterzahl waren meine Mädels dennoch die eindeutig bessere Mannschaft in der 1. Halbzeit. Nach nur 4 Minuten konnte Nic Henker einen klugen Steilpass von Sandra Busch, die im ersten Umlauf im Mittelfeld und später auf der Linksverteidigerposition gegen Wechmars Stärkste, Katrin Rau, agierte, erlaufen und souverän ins lange Eck zum 1:0 verwandeln. Nach 35 MInuten ein Schock! Manja Seeger prallte im Kopfballduell unglücklich mit einer Gegnerin zusammen. Dabei verschob sich ein Schneidezahn im Oberkiefer. 5 Minuten lang spielte die Mannschaft mit zwei Spielerinnen weniger. Trotz Schmerzen und Schwindelgefühls kehrte Manja jedoch auf den Platz zurück (Ob meine Entscheidung richtig war, werden erst die nächsten Tage zeigen, denn bei einer Not-OP am Abend stellte sich heraus, dass die Behandlung viel früher hätte erfolgen müssen um das Absterben des Zahnes zu verhindern) und auch Laura kam nach kurz vor der Pause und komplettierte das Team. Nach der Pause - für Franzi Wabner, die sich ob der dünnen Personaldecke kurzfristig zu einem Halbzeiteinsatz vor ihrer Rückfahrt zur Bundeswehr nach Oberbayern bereiterklärt hatte, war Clara Hoffmann eingewechselt worden - wurde Wechmar stärker, hatten nach 50 Minuten einen 100-Prozenter, aber Liza, die zuvor im Tor beinahe beschäftigungslos gegblieben war, war auf dm Posten. Im Gegenzug hätte KF den langen Abschlag mit anschließender 1:1-Aktion gegen die Torfrau der Gastgeber zum Ausbau der Führung nutzen müssen, aber der Schuss strich um Haaresbreite am Gehäuse vorbei. Von dieser Qualität hatten wir in persona von KF noch zwei weitere Möglichkeiten und spätestens 1 Minute vor Ultimo hätte sie uns erlösen können, aber auch da scheiterte sie an der Keeperin. Bei der spielabschließenden Ecke beorderte ich Liza mit nach vorn, was vom mitgereisten Anhang mit gemischten Gefühlen aufgefasst wurde ("Jetzt kann der Trainer zum Idioten oder Helden werden."). Und tatsächlich bekam Liza den Ball, aber ihr Schussversuch ging a) am Tor vorbei und hätte b) wegen eines vom Schiri geahndeten Schubsers an anderer Stelle keine Anerkennung gefunden.
Schlussendlich denke ich, dass das Remis in Ordnung geht, da wir unsere Möglichkeiten wiederum nicht nutzten und auf der anderen Seite bei ein zwei guten Chancen auch Glück hatten, so z. B. als beim einem Tackling von Laura im Strafraum, bei dem sie den Ball nicht traf, die gegnerische Stürmerin unter lauten Geschrei danieder ging. Gottlob stand der Schiri direkt daneben und erkannte nicht auf Elfer. Beschweren hätte man sich wahrscheinlich nicht dürfen...
So blieb es am Ende bei dem 1:1, für das Katrin Rau, Wechmarer Angriffsurgestein in der 63. Minute gesorgt hatte, als ihr Schuss an den Pfosten prallte und dann entlang der Torlinie entlang rollte. Obwohl Liza die Pille auf der Linie zum Greifen bekam, hatte er die Linie zuvor schon knapp passiert.
Ein großes Kompliment an die Truppe für eine gute kämpferische und läuferische Leistung (herauszuheben diesmal: Maria Weinert!), die umso bemerkenswerter ist, da neun Spielerinen tags zuvor mehr als drei Stunden hart in der Ottstedter Dorfkirche malocht hatten und demnach körperlich sicher nicht auf 100 Prozent Leistungsfähigkeit zurückgreifen konten. Aber so eine gemeinsame Arbeit schweißt bekanntlich auch fest zusammen. Daher war es ein tolle Sache, die auch in der Lokalpresse für deutlich mehr Resonanz sorgte, als wenn wir spielen...
P.S.: Alle besten Wünsche von der Mannschaft und dem Trainer an Manja, dass ihr Zahn hoffentlich gerettet werden konnte!
Aufstellung:
Puchta - Csincsura, Haase, Weinert, Wabner (ab 46. Hoffmann) - Theile-Müller, Seeger, Platzdasch, Henker - Förster, Busch