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Landesliga Frauen

SC 1903 Weimar vs. SG Bad Langensalza/Merxleben
2 : 3

In einem vom Anpfiff weg flotten Spiel gehörte die Anfangsphase nur uns. Schon nach 50 Sekunden hätte Clara Hoffmann das 1:0 erzielen können, ja müssen, aber ihr Schussversuch wurde mit Hilfe des Pfostens und einer Abwehrspielerin von der Linie gekratzt. Vor dem 1:0 durch Nicole Henker (7. Min.) hätte es schon längst klingeln können. Danach ein Bruch im Spiel nach vorn und Thüringens beste Landesliga-Fußballerin, Nadine Päßler, streifte ihre Anfangs-Zurückhaltung ab. Ihr erster Versuch scheitert noch, aber der zweite saß dann (15.). Nun waren wieder unsere Mädels aktiv und drückten den Gegner in dessen Hälfte, doch es dauerte trotz guter Gelegenheiten bis zur 40. Minute, als Sandra Busch per Lupfer erfolgreich war. Eine Minute zuvor hätte sie mit einem Querpass auf die 2 Meter vor dem leeren Tor stehende Melli Theile-Müller bereits für unseren zweiten Treffer sorgen können, doch ihr eigener Schuss landete am Querbalken. In den ersten 20 Minuten der 2. Hz. das gleiche Bild wie gehab: Wir drückten, ohne uns für den gewaltigen Laufeinsatz und die teils passablen Spielzüge zu belohnen. Nadine Päßler sorgte mit ihrem zweiten Strich für die logische Bestrafung (65.). Danach viel Druck unsererseits mit vielen Möglichkeiten, aber auch das nächste Tor fiel auf der Gegenseite: Nadine Päßler, die uns nach ihren vier Treffern im letzten Jahr in der Hinrunde quasi damals schon im Alleingang erschossen hatte, tat dies mit ihrem dritten Tor heuer erneut (73.). Auch wenn Liza-Kristin Puchta  zuvor schon mehrfach erstklassig geklärt hatte, waren die Gäste fast ausschließlich über Nadine Päßler gefährlich, die in dieser Form wohl von keinem Landesligisten vollends ausgeschaltet werden kann.
Dennoch besaßen wir in der Schlussviertelstunde genug Chancen, um das Match noch zu gewinnen. Clara Hoffmann allein hatte noch zwei, drei Tore auf dem Schlappen. Auch das Aluminium rettete nochmals für die Gäste. Eine Aktion in der 84. Minute hätte bei Männerspielen wahrscheinlich zu tumultartigen Szenen auf und neben dem Feld geführt. Melli Theile-Müller hob einen Ball aus spitzem Winkel über die geschlagene Torfrau. Der Ball touchierte die Latte von unten, landete am langen Pfosten am IM Tor befindlichen Torgestänge und sprang von dort auf die Linie und wieder nach vorn, wo Clara Hoffmann den Ball  nur an den Außenpfosten zimmerte und sich dabei verletzte. Alle meine Spielerinnen waren ob der Verletzung verdutzt und besorgt, aber keine kümmerte sich um das eigentlich erzielte Tor. Der Referee befragte eine Gästespielerin, die - natürlich - verneinte, dass der Ball bereits im Tor gewesen war. Na geilo! Solche autoritätsgläubigen Fußballer, die nicht einmal auf die Idee kommen, gegen die Entscheidung des Unparteiischen, den sicher keine Absicht trifft, zu lamentieren, sollte es einmal bei den Männern geben... Ich glaube, ich wäre wohl bestenfalls mit Dunkelgelb davon gekommen, wenn man mich rechtzeitig weggezerrt und den Mund gestopft hätte...
Sei es drum. Auch wenn die Truppe es zum 5. Mal gegen diesen Gegner nicht schaffte, einen vollen Erfolg zu feiern, so war doch die Leistung über weite Strecken hervorragend. Ich war überrascht, welche Dominanz wir ausstrahlen und wie viele Tormöglichkeiten wir uns erarbeiten konnten. Für die weitere Entwicklung der Mannschaft als Konstrukt und eines jeden einzelnen für sich selbst war die Leistung wichtiger als das Resultat, auch wenn man sich im zweiten Heimspiel der Saison erneut nicht in Form eines besseren solchen belohnen konnte.
Eine Entschuldigung des Trainers muss an dieser Stelle an Lydia Müller gerichtet werden, für die es als Höchststrafe gegolten haben muss, bei einem Kader von nur 12 Spielerinnen dennoch nicht zum Einsatz gekommen zu sein. Auch wenn die Entschädigung wohl nur von geringer Natur ist: Ihrer Aufstellung für die Pokalpartie am 04.10. kann sie sich jetzt schon gewiss sein!

P.S.: Dank gilt Herrn Vizepräsident Rene Arnemann und seiner Familie, der neben Detlef Riemer als Vertreter des Vorstandes zum Spiel gekommen war und wie alle anderen Zuschauer vor der Partie der Auszeichnung unserer Mädels durch den TFV für den Bronzerang der Vorsaison gewahr wurde.

Aufstellung: Puchta - Csincsura, Haase, Weinert, Houtzager - Theile-Müller, Seeger, L. Platzdasch, Henker - Busch, Hoffmann

Torfolge: 1:0 - Nicole Henker (7.)
                 1:1 - Nadine Päßler (15.)
                 2:1 - Sandra Busch (40.)
                 2:2 und 2:3 - Nadine Päßler (65., 73.)             

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