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Durch das Rauhe hin zu den Sternen. Mit ähnlichen Worten beschrieb Seneca dereinstin seiner Tragödie über den rasenden Herkules, dass der Weg von der Erde zu den Sternen kein bequemer sei. Jener Weg, den wohl auch Xavier Naidoo vor Augen hatte, als er seinen Hit schrieb. Der Kölner sagt dazu kurz: "Vun nix kütt nix". Und auch mein ehemaliger Latein-Prof. mahnte uns immer, dass wir nur dann ein bonum (Gut) erlangen könnten, wenn wir das hierzu nötige malum (Übel) schulterten. Die Leidensfähigkeit meiner Mannschaft ist fraglos einzigartig. Schon oft hatten wir in der Vergangenheit bewiesen, dass der Lindenberg-Tenneplatz, der sicher nicht gerade beliebt ist, unser Punktegarant ist. Selbst der große USV bekam anno 2002 zu spüren, dass man nicht im Freigang zum Erfolg gelangt, wenn wir dort zum Stelldichein bitten (Auch wenn wir am Ende 1:5 unterlagen, schoss Anna Blässe damals das zwischenzeitliche Ausgleichstor.) Dass am keinesfalls Sonn(en)tag überhaupt gespielt werden konnte, lag an zwei Komponenten: 1. Es hatte am Samstag-Morgen gerade noch rechtzeitig zu regnen aufgehört, 2. Das Team des Sportamtes Weimar bekämpfte am Spieltag mit allerlei Tricks die Pfützen, die sich angesammelt hatten. Zitat C. Kucharz am Sa: "Ich glaube nicht, dass da morgen gespielt wird.". O doch, Kuch! 13:55 Uhr: Schiri Fehn pfiff die Partie an - es gab 8 Pfützen. 14:00 Uhr: Der Himmel öffnete seine Schleusen und binnen weniger Minuten glich der Platz der Mecklenburger Seenplatte. Wir lernten, dass es gar nicht so schwer für Jesus gewesen sein konnte übers Wasser zu gehen... Das Leiden für meine Spielerinnen kam aber nicht nur von unten und oben und vorn (Platzwahl verloren, daher Gegenwind), sondern auch noch durch den immens starken Tabellenführer. In den ersten 30 Minuten machten die Frauen um Katrin Rau alles genau so, wie ich es von uns sehen wollte. Einfache, schnelle Bälle über außen in den Rücken der Abwehr - Eingaben - Tore. Nach zwei Toren dieser Coleur (je einmal über links und rechts) stand es nach 20 MInuten 0:2. Zudem brach Denise Csincsuras Adduktorenverletzung wieder auf, sodass sie bereits im 21. Uhrumlauf durch Lydia Müller ersetzt werden musste. Lydia machte in der Folgezeit vielleicht ihr bestes Spiel. Auf der Rechtsverteidigerposition ließ sie fortan kaum noch etwas anbrennen. Naja, jedenfalls begann ich mir schon Gedanken zu machen, ob die Entscheidung zu spielen doch nicht ganz so gut war, wie ich gemeint hatte. Aber Sandras 1:2 per Schuss aus spitzem Winkel nach Zucker-Pässchen von Manja Seeger, das wie ein Blitz aus den regenverhangenen Wolken kam, brachte uns wider Erwarten ins Geschäft (31.). Fortan waren wir gleichwertig, ja wir wurden im 2. Abschnitt sogar dominant. "Ihr habt uns heute richtig niedergekämpft. Das gelingt sonst nicht vielen Mannschaften", meinte der Gäste-Coach nach der Partie. Und richtig, auch wenn das Spiel fast ausschließlich von seiner kämpferischen Komponente geprägt war, so kauften wir in dieser Hinsicht den eigentlich favorisierten Gästen eindeutig den Schneid ab. Es war phänomenal mit anzusehen, wie eine Clara Hoffmann um jeden Ball rannte und grätschte, wie Elli Haase nach Anfangsproblemen Doreen Winkler, Wechmars Torkanone, jeden Ball vom Fuße nahm, Sandra Busch unermüdlich an den Ketten zerrte, Manja Seeger das Spiel durch öffnende Pässe forcierte. Jeder einzelne leistete einen enormen Aufwand, um das von mir geforderte Pressing umzusetzen. Lohn für die Mühen war der Ausgleichstreffer durch Manja Seeger (72.). Hatte sie in der Hinrunde in Wechmar bereits eine Ecke von links mit dem rechten Fuß dirket eingenetzt, so schaffte sie dieses Kunststück heuer mit links von der rechten Seite. Manja Seeger - Tausendsassa! Auch wenn wir danach sogar noch Möglichkeiten hatten, den ersten Dreier nach einem 2-Tore-Rückstand seit Bestehen der Frauenabteilung einzufahren (L. Platzdasch, Busch, Seeger, Hoffmann), so kann und darf man ob des schlechten Anfangsdrittels und der auch gegen Ende hin stets gefährlichen Gäste-Konter mit dem ersten Remis der Saison vollauf zufrieden sein. Die Mädels können allesamt unheimlich stolz auf das sein, was sie erreicht haben! Jetzt heißt es, den Punkt im Ilmenauer Hammergrund mit einem Erfolg zu veredeln. Dazu können jedoch Angela Houtzager und Denise Csincsura nicht beitragen. Beide fallen verletzungsbedingt fürs WE aus. Ob die dreifache Torschützin von SRO, Kerstin Förster, wieder mit von der Partie sein kann, entscheidet nach ihrer Sprunggelenksverletgzung einzig sie bzw. der Arzt. Mit der Rücklkehr von Sophie Biskop nach ihrer Diplompause freilich darf fest gerechnet werden! Euer Müllex Aufstellung: Wabner - Theile-Müller - Haase, Ahner - Csincsura (ab 21. Müller), Houtzager, Seeger, Henker -Weinert (ab 73. L. Platzdasch), Hoffmann, Busch Tore: 0:1 - (16.) 0:2 - (20) 1:2 - Sandra Busch (31.) 2:2 - Manja Seeger (72.-direkte Ecke > wie schon im Hinspiel!) |