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Nach 92 Tagen Liga-Abstinenz seit der Niederlage in Erfurt und nochmal 20 Tage mehr nach dem letzten Sieg gegen Sundhausen am 09.11.08 und obendrein kaum einer (Hart-)Platz-Einheit ob der katastropohalen Witterungs- und Geläufbedingungen war das Spiel wie eine Art Pralinenmischung: wir konnten entweder alles richtig machen oder voll in die Minus-Kiste greifen - keiner von uns wusste so recht, worauf er sich bei dem Spiel in Stadtroda einließ. Der gefürchtete enge Kunstrasenplatz war ja in der Vergangenheit meist kein gutes Pflaster. Bis auf einen einzigen Sieg bei den zahlreichen Versuchen hatten wir dort noch nie etwas gerissen. Aber dieses Mal sollte es anders gekommen. Gekommen war zunächst aber erst ein Mal einer nicht: der angesetzte Referee. Wir einigten uns vor Ort darauf, dass der Coach der Gastgeberinnen die Kiste pfeifen sollte, was ja auch nicht alle Tage vorkommt. Für ihn war es sicher das schwerste Spiel seiner Karriere. Er leitete das Spiel aber sehr umsichtig. Dass dabei die ein oder andere Entscheidung auch ein Mal nicht ganz so war wie es die Beteiligten gern gehabt hätten, liegt auf der Hand, aber ich kann ihm nur ein dickes Lob und Kompliment ausstellen. Die Mädels machten es ihm aber auch auf beiden Seiten recht leicht. Bis auf eine Situation in der 82. Minute, als Franzi beim Herauslaufen Ball und Gegnerin traf und er auf Freistoß votierte, gab es keinerlei Ungemach. Für mich spielte Franzi zuerst den Ball und traf die Stadtrodaer Angreiferin danach, daher waren die Gemüter für wenige Augenblicke etwas erhitzt. Die Hauptsache ist, dass es der betreffenden Spielerin hoffentlich wieder besser geht! Viele Genesungsgrüße also!!! Dass Franzi in dieser Situation den gelben Karton sah, wird uns hoffentlich in der Endabrechnung um die Fairplay-Krone nicht noch teuer zu stehen kommen. Zum Spiel gibt es eigentlich nicht allzu viel zu sagen. Meine Mädels waren von Beginn an bemüht zu zeigen, dass es Spaß machte, endlich wieder Fußball spielen zu können. Früh schafften wir durch Spezialtrumpf Kerstin Förster, welche statt Libera als Brecherin im Sturmzentrum agierte, eine Führung (4.). Im Bewusstsein, dass wir in der Vergangenheit kaum Torgelegenheiten in Stadtroda hatten, ging ihre Aufstellung dort verbunden mit dem Verzicht auf einen Ausputzer hinter den beiden Verteidigerinnen Romy Ahner und Elli Haase tatsächlich richtig gut auf. Dadurch konnte Manja, die ja eh lieber ohne festen Gegner spielt, im Mittelfeld "wilde Sau" spielen und einfach immer da sein, wo das runde Streitobjekt war. Im 16. Uhrumlauf dann plötzlich der Ausgleich durch Anne Hardert, wenn auch aus zumindest stark abseitsverdächtiger Position... Egal. Der Treffer sei den Gastgeberinnen gegönnt gewesen, zumal Denise Csincsura praktisch im Gegenzug nach Torwart-Patzer die erneute Führung herstellte (18.). Trotz etlicher guter Gelegenheiten (allein das Aluminium rettete im Spielverlauf 4 Mal für die wacker kämpfenden Gastgeberinnen) war es erst Kerstin Förster in der 39. Minute vorbehalten, einen 2-Tore-Vorsprung herauszuschießen. Als Sandra Busch 8 Minuten nach Wiederbeginn mit ihrer Dorektabnahme das 4:1 besorgte, war das Spiel eigentlich gelaufen. Aufgrund der langen Pause sollten alle mitgereisten Spielerinnen ausreichend "Eiszeit" erhalten und so kamen Laura Platzdasch, Lydia Müller und Clara Hoffmann gleich im Terzett nach einer Stunde für Maria Weinert, Nicole Henker (die ein gutes Punktspiel-Debüt absolvierte!) und Sandra Busch. Lydia hätte sich nach 20 Sekunden gleich mit einem Treffer einschießen können, aber die gute Chance verpuffte. Besser machte es Laura 5 Minuten später: überlegt schob sie aus Nahdistanz in die Ecke zum 5:1 (65.). Auch danach waren wir deutlich feldüberlegen, wenngleich auch Stadtroda nunmehr zu etlichen Möglichkeiten kam, die aus Sicht von Grün-Weiß allerdings teils kläglichst vergeben wurden. Immerhin gelang ihnen dann doch noch ein weiterer Ehrentreffer, als Franzi einen Distanzschuss nur an den Pfosten lenken konnte, von wo aus er mit letztem Schwung doch noch über die Linie trudelte (84.). KF mit ihrer dritten Bude stellte dann 140 Sekunden später den endgültigen Endstand von 6:2 her. Auch wenn wir nicht unbedingt glanzvoll zum Sieg kamen, haben wir die wenigen taktischen Vorgaben im Spiel nach vorn sehr gut umgsetzt. 32 Torschüsse (!) nach 90 Minuten sprechen, so glaube ich, für sich. Da aber nach dem Spiel auch gleichzeitig vor dem Spiel ist (ich zahle 'nen Euro in die MK), heißt es nun in den nächsten Tagen alle Kräfte zu mobilisieren, um dem Spitzenreiterinnen aus Wechmar ein schweren Tag zu verschaffen. Ob und wo dieser Fight stattfinden wird, ist derzeit noch unklar. Die prognostizierte Witterung besagt ja nicht unbedingt Gutes, aber wir werden sehen und wollen auf alle Fälle spielen!!! In diesem Sinne an alle Fans und Freunde des Weimarer Frauenfußballs und an alle, die es wieder ein Mal geschafft haben, sich durch meinen Artikel zu pflügen (Sören, warst Du wieder einer davon?): Bitte verfolgt die aktuelle Presse oder informiert Euch über dieses Internet-Seite, wo das Match zur Austragung kommen wird, und seid dabei!! Es wäre sehr schön, wenn neben meiner Stimme auch eine weitere zu hören wäre... Aufstellung: Wabner - Haase, Ahner - Theile-Müller, Houtzager, Weinert (ab 60. L. Platzdasch), Henker (60. Müller) - Seeger - Csincsura, Förster, Busch (ab 60. Hoffmann) Torfolge: 0:1 - Kerstin Förster (4.) 1:1 - Anne Hardert (16.) 1:2 - Denise Csindsura (18.) 1:3 - Kerstin Förster (39.) 1:4 - Sandra Busch (53.) 1:5 - Laura Platzdasch (65.) 2:5 - ??? (84.) 2:6 - Kerstin Förster (87.) |