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Vor dem Spiel ist nach dem Spiel, so heißt es immer. KLONK, 3 € ins Phrasenschwein. Aber auch wenn wir uns alle für eine kurzen Moment über die zwar erhofften aber wohl eher unerwarteten Punkte, die wir auf Wechmars Platz sammelten, freuen dürfen, ist das nur ein Puzzle-Teil des Gesamtjahres. Wegen des Erfolges auch nur ansatzweise in Euphorie zu verfallen, wäre völlig realitätsfremd, denn wenn man ehrlich ist, spielten dabei neben dem selbstverfreilicht deutlich spür- und erkennbaren Kampfes- und Siegeswillen erhebliche glückliche Fügungen eine wesentliche Rolle. Fußballerisch war das nämlich keine wirkliche Glanzleistung. Wer eine solche beim langjährigem Spitzenteam erwartet hätte, wäre wohl lieber nicht mitgereist. So dachten wohl auch unsere treuesten Fans Peter und Heike (nachträglich auch von den Frauen noch einmal alles Beste zum 64. Wiegenfeste!). Statt nach Wechmar zog es sie sicher auf den näher gelegenen Lindenberg, wo sie auch die Punkte näher wähnten. Während jedoch die Männerteams in der Addition neben 0 Punkten und keinerlei Torjubel obendrein auch noch Neune eingeschenkt bekamen, war der Kick in Gothas Rand-Gemeinde wenigstens von der Dramaturgie sehenswert. Wechmar besaß trotz SC-Anstoßes gleich nach 14 Sekunden mit einer knapp hinters Tor gezogenen, abgerutschten Flanke ratz-fatz die erste verheißungsvolle Szene. Und in Minute 23 stand eine einheimische Stürmerin 4 Meter vor Maria und brauchte ihren Kopfstoß nur noch in eine der beiden Ecken platzieren. Doch selbiger fand den Weg gottlob nur in Marias Arme. Die zweite richtig gute Gelegenheit der Gastgeber fand aber erst unmittelbar nach dem Weimarer Führungstreffer in der 40. Minute statt, als sich zwei Gelb-Blaue das Leder gegenseitig wegnahmen. Wie war aber das 1:0 gefallen, wird sich der Kenner fragen? Im Hinterkopf die Trainerworte nach vielen Toschüssen habend, hielten die Haases, Försters, Hoffmanns und Seegers einfach aus allen Lagen drauf. Dabei waren auch die meisten der 8 Torschüsse (!!!) der 1. Halbzeit nicht unbedingt torgefährlich, aber eben nur fast. Denn der von rechts außen mit links zum Tor gezogene Freistoß von Landesliga-Debütantin Manja Seeger - ist doch die freche Göre tatsächlich ohne um Erlaubnis zu fragen am Morgen beim Erfurter Citylauf über 10 km mitgewetzt (46 Minuten!) - aus ca. 28 Metern fluppte der Keeperin (wie bei uns auch musste Wechmar auf seine etatmäßige Torfrau verzichten) zum Entsetzen der einen Sieg fest voraussetzenden Zuschauer ins Netz. Eben jene Manja, die jüngst aus Lossa an die Ilm gewechselt war. Es war erst ihr viertes Spiel für uns, aber schon ihr 5. Treffer. Und da Wechmar auch in der 2. Hälfte trotz erhöhten Drucks und nun auch Willens unser Tor relativ wenig bedrängen konnte wir weiter alles aufs Tor nagelten, was auch nur ansatzweise dorthin kommen konnte (KFs Heber aus 35 Metern knapp drüber, Sandra von der Strafraumgrenze, Denise gehalten) blieb das bedingungslose Einschnüren in unserer Hälfte eigentlich aus. Und als Manja sich vor unserer letzten von zwei Ecken im Match im Uhrumlauf 82. noch einmal die Stulpen zurechtzupfte und daraufhin diesen Eckstoß von links mit rechts direkt in den langen Giebel einparkte, schien die Glückseligkeit in blau endgültig besiegelt. ABER. Aber, wehe wenn ich auf das Ende sehe... Nach Marias Patzer, als sie unmotiviert herauslief und dadurch einer durch zwei unserer Abwehrspieler (Denise und Susi) eigentlich noch zu stellenden Stürmerin die Möglichkeit übereignete den springenden Ball ins Tor zu lupfen, stand es plötzlich (86.) nur noch 2:1 für uns. Jetzt erwachte auch das Publikum, das die nunmehr scheinbar mit Beitel und Stemmeisen operierenden Gastegeberinnen nach vorn peitschte. Dass Romy kurz darauf mit einem klassischen rechten Aufwärtshaken mit Zielzone Unterkiefer niedergestreckt wurde, war für mich und auch den Schiri zwar nicht erkennbar, stellt aber gleichzeitig ein klassisches testimonium paupertatum (für alle die nicht nachschlagen wollen: Armutszeugnis) dar. Mir schwante Übles. So kam, was kommen musste, KLONK, der Ausgleichstreffer: Maria hechtete sich zwar, hatte aber den Schuss aus spitzem Winkel nicht mehr aus dem kurzen Eck um den Pfosten bugsieren können (87.). Der greifbare Saisonauftakt nach Maß, der mir als Trainer in all der Zeit noch nie geglückt war, schien futschikato. Ich steckte in Kalamitäten, hatte noch eine Wechseloption in persona Laura Platzdaschs, die nach Rücksprache mit der Staffelleitung mit ihren 14 Lenzen nur ausnahmeberechtigt auf dem Protokoll und somit auf dem Grün erscheinen durfte. Laura stand schon bereit, den Punkt mitzusichern, da wurden es wieder drei, bei deren Sicherung sie mithelfen durfte: 90, Minute, Einwurf KF longline, Balltanz auf dem rechten Flügel durch Manja, die in Richtung Strafraumeck einhakt und ins Zentrum schnippelt. Plötzlich sorgen Elli (Wie kam sie als Verteidigerin in der 90. überhaupt ins Sturmzentrum? Darüber wird ein ernstes Wort zu reden sein!) und Sandra für eine 2:1-Überzahlsituation vorm Gehäuse. Elli stocherte das Streitobjekt zu Sandra, die erst ins Lange einputtete und dann für derlei Gesichter bei der Heimtruppe sorgte. Freude pur, Geplerre von mir, diese noch 60 Sekunden zu verschieben, Anstoß, nochmal Ecke von rechts, zum Glück zu lang, Abwehr, langer Ball, Abpfiff, Schreie, Jubel, Emotionen... "Ich habe schon oft hier gepfiffen", so Schiri Daniel Vollmann, "aber bisher hat Wechmar nie verloren." Tja, jedes Mal ist ein erstes Mal, KLONK (Ups, das wird wieder teuer...) So, Jörg, das war hoffentlich kurz und bündig genug... Ach ja, die Formation: Maria Weinert - Susi Abé - Sophie Biskop, Romy Ahner - Elli Haase (MK) - Melli Theile-Müller, Manja Seeger, Lydia Müller - Clara Hoffmann (ab 90+1. Laura Platzdasch), Kerstin Förster, Denise Csincsura (Sandra Busch) |