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Schon der Blick in die Lokalausgabe Heiligenstadt der TLZ verhieß nichts Gutes für unsere Madels, denn dort war von "entspannter Personalsituation" der Eichsfelderinnen die Rede. Genau die Akteurinnen, welche das Niveau der Landesliga maßgeblich prägen, waren nach teils langer Zeit wieder für den FSV 1921 aktiv. Mit diesem Personal und der dann in den 90 Minuten abgelieferten Leistung der Gastgeber dürfte sich keine andere Mannschaft auch nur die geringsten Hoffnungen auf den Titel machen. Dennoch war die Auftakthalbestunde durchaus auch von uns gut anzusehen. Die von mir immer wieder geforderte erste Aktion nach 37 Sekunden, bei der mit etwas mehr Mut Mareen Dietrich den Ball über die aus ihrem Kasten herauseilende Spielertrainerin Nadine Erdmann befördern hätte können, gehörte uns. Nach einer Schiri-Fehlentscheidung (mein - wohlgemerkt sachlich-ruhiger - O-Ton zum Schiri: "Solange aus dem Freistoß nichts passiert, diskutiere ich nicht. ") die zu einem Freistoß von links außen führte, schlug die beste Landesliga-Spielerin schlechthin, Sandra Döring, einen hohen Ball in die Strafraum-Mitte auf ihre Kollegin Annelie Gündner, die wir aus unerfindlichen Gründen mutterseelenallein stehen ließen. Beinahe hätte sie aus Nahdistanz den Ball vor lauter Freiheit auch nicht einmal getroffen, aber ihr "Streicheln" reichte aus, um Franzi sprichwörtlich das bloße Nachsehen zu lassen. 1:0 - solange nichts passiert, ha. Mist. Ein früher Rückstand war das, was ich mir am meisten gewünscht hatte (Hallo: Ironie!). Aber der erste Eindruck, der sich schon vor dem Gegentor bei mir gebildet hatte, trog mich nicht: wir waren"präsent", wie Ottmar gern zu sagen pflegt. Es wäre ja noch schöner, wenn wir nicht "gegenwärtig" gewesen wären, folgte man der lateinischen Sprachwurzel... Elli demonstrierte im 13. Uhrumlauf, welche Möglichkeiten der in Uder bereits zum Einsatz kommende EM-Ball "Europass", mit dem ab dem Wochenende auch wir spielen werden, bietet: fernab jeglicher ballistischer Erkenntnisse fällt dieser adidas-Murmel einfach nicht vom Himmel, sondern er fliegt und fliegt und fliegt... Und so feuerte unsere Spielführerin - wie ein Flottillenadmiral eine Kanonenkugel - das Leder zum Ausgleich ins Ritzel. Entgegen der auf Uders Vereinsseite dokumentierten Aussage, nach welcher die Heimelf "über die gesamte Spielzeit dominierte", boten die Abé, Ahner, von Thaler und Vopel Paroli - und zwar auf Augenhöhe. Beste Aktion des Spiels war ein Angriff in der 20. Minute, als über die Stationen Abé, von Thaler, Platzdasch und wieder von Thalerder Ball sch(l)ussendlich bei Sandra Busch angelangte, die aus knapp 13 Metern halbrechter Strafraumposition die Festigkeit des rechten Uderaner Pfostens testete. Schade, Klasse-Spielzug! Kritisch bewerten muss man freilich das letzte Drittel der ersten Hälfte (Hoho, Zahlenspiel! Für einige wird das Nachrechnen dieser Bruchrechnung schwierig... ). Beinahe alles, was man nicht richtig machen konnte, wurde auch falsch gemacht: Decke der inneren Linie, Timing bei hohen Bällen in allen Mannschaftsteilen, Ballannahmeschwächen... Und zu diesen eigenen Fehlern kam noch das Quentchen Glück bei Uders spirtus rector (ich erwähnte Sandra Döring bereits; selbst der zur Unterstützung mitgereiste Oschi kannte nach zehnfacher Erwähnung ihren Namen aus dem FF) hinzu, denn zwei wohl als Flanken geplante Eingaben von der rechten Grundlinie fanden auf unvorstellbare Art und Weise über die chancenlose Franzi hinweg ihre Bahnen in die linke Zwiesel. Zweimal Marke Traumtore² (29. und 45.) Dazwischen noch weitere Hochkaräter für Uder: Drüber, vorbei, Franzi gehalten...Puh. Von uns nur noch Pustekuchen. Dennoch glaubte ich unsere Farben zur Pause noch nicht vollends geschlagen und versuchte diesen Glauben auch an die Spielerinnen weiterzugeben. Und mit dem vierblättrigen Kleeblatt, welches Franzi in Form einer Stolle fand ("Hey, hat jemand eine Stolle für mich, mir fehlt eine? ... Ach hier liegt ja eine! "; Wer findet so mir nichts, dir nichts binnen Sekundenbruchteilen einen Stolle auf 0,6 ha?), schien das Glück ja auch wieder zu uns zurückgekehrt. Aber alles verging im Pulverblitz der ersten 26 Sekunden nach Wiederanpfiff: Anstoß. Steffi auf Sandra. Stiergleich mit Ball am Fuß auf ihren Matador. Ballverlust. Elli zu spät. Pass in die Tiefe unseres 16Meter-50s. Franzi raus, Pass in die Quere, leeres Tor, Innenschlappen dran: 1:4. He? Wir sind doch nicht blöd, oder doch? Für Uder muss das wie Ostern, Weihnachten, Firmung und Kommunion zugleich gewesen sein, wie leicht das mit dem Toreschießen war. Von da an hatten die wohl nicht mehr voll im Saft stehenden Tabellendritten genug bzw. konnten wohl auch nicht mehr so richtig. Dennoch besaßen sie mit zwei Pfostenkrachern und weiteren gefährlichen Schüssen, die Franzi aber teils groß parieren konnte, mehrere Gelegenheiten uns weiter zu demütigen. Aber: Der Mannschaft, die ich auf drei Positionen mit frischen Kräften austattete (u. a. durfte Anne P. nach siebenwöchiger Pause nach 60 Minuten vorfristig zum Duschen), gab sich nicht auf und kämpfte vorbildlich um eine Resultatsverbesserung. Die Möglichkeiten jedoch für Clara, Maria, Susi, Mareen und Elli blieben ungenutzt. Und so mussten wir uns am Ende mit einem 1:4 und allerhand Komplimenten punktlos, dafür frustbepackt aus dem Eichsfeld verabschieden. 70 gute Minuten waren zu wenig. Die verbleibenden Minuten hatten uns alles kaputt gemacht.Und die Konkurrenz von uns punktete erneut... Auf ein Neues, heißt es also jetzt gegen die SG Lengenfeld/Effelder am kommenden Sonntag, 13:30 Uhr, vor der Zweiten! |