zurück

Landesliga

SV Jena-Zwätzen (N) vs. SC 1903 Weimar
0 : 2

Das Glück ist mit dem Tüchtigen

Auch wenn die Überschrift, mit welchem die TLZ titelte anders und daher missverständlich lautete, möchte ich die glücklichen Umstände, die am vergangenen Sonntag zum ersten Saisondreier führten nicht verhehlen. Nachdem ich über die Auftaktniederlagen bewusst den Mantel des Schweigens gehüllt habe, so sehe ich mich besonders meiner Truppe gegenüber in der Pflicht, wenigstens nach der siegreichen Partie wieder einmal einige Sätze zu verlieren.
Mit viel Schwung ging es nämlich los und Ausdruck dieses stürmischen Aufgalopps waren zwei schnelle Ecken von der linken Seite, für die sich Maria Weinert verantwortlich zeigte. Verpuffte noch der erste Versuch nach 80 Sekunden, so war die im 6 Uhrumlauf hervorragend getreten; sie fand Romy, die völlig blank stehend aus Nahdistanz nur noch den rechten Schlappen dranzuhalten brauchte, um mit ihrem zweiten (oder sollte ich sagen dritten...) Saisontreffer die frühe 1:0-Führung zu besorgen. Erstmals in dieser Serie konnten wir eine solche für uns verbuchen, doch unserem Spiel konnte sie beinehe nicht mehr schaden. Ab diesem Zeitpunkt nämlich standen wir exakt 27 Minuten unter Dauerbeschuss der Gastegeberinnen, die in dieser Phase eindeutig das Zepter schwangen und uns kaum die eigene Hälfte verlassen ließen. Gottlob hielten wir trotz teils haarsträubender Fehler im Stellungsspiel die Kiste rein: Einmal parierte Franzi Wabner gegen eine durchgebrochene Zwätzen-Stürmerin, das nächste Mal konnte irgendein Abwehrbein den Ball gerade noch aus der Gefahrenzone semmeln, ehe aus 10 Metern eingenetzt werden konnte, das dritte Mal erkannte der umsichtige Schiri ein Tor wegen deutlicher Abseitsposition der Schützin nicht an. Als wir uns ein einziges Mal durch couragiertes Forechecking aus der Umklammerung bereien, zwei Einwürfe mit jeweils 10 Metern Raumgewinn und obendrein auch noch die dritte Ecke (diesmal von rechts) erkämpfen konnten, war endlich ein kurzes Durchatmen in der nicht abgesteckten bzw. nicht einmal durch Hütchen abgesteckten Coaching-Zone möglich. Maria brachte die Kugel erneut gekonnt nach innen, wo nach bis dato 100% verlorener Kopfballduell-Quote Angela ein solches gewann und der Ball vor dem linken Fuß von Denise Csincsura landete. Wie sie schaffte, statt des linken das rechte Bein zu nutzen, um das Leder in die Maschen zu befördern bleibt wohl ewig ihr Geheimnis bzw. das des legendären und renommierten Anatomie-Professors Prof Dr. Kurt Tittel. Denn wie sich so verknoten konnte, begriff eigentlich keiner. Aber im Fußball muss man nicht denken, sondern handeln. Und genau das hatte Denise (in ihrem dritten Einsatz für unsere Truppe!) völlig richtig getan.
Ungeahntes Fortune bahnte sich an, welches sich weiter steigerte, als kurz vor Ultimo des ersten Durchgangs eine Gästestürmerin nach erfolgreicher Umkurvung von Franzi den Ball nicht ins leere Tor einputten konnte sondern daran vorbei schob. Unglaublich! Halbzeit.
Und das Schicksal blieb uns weiter hold, als im zweiten Abschnitt, in dem wir zwar deutlich besser den Gegnerinnen zugeordnet waren und erheblich mehr direkte Duelle im Kampf um den Ball für uns bestreiten konnten, ein weiteres (passives) Abseitstor zurecht nicht gegeben wurde und ein, zwei weitere prekäre Situationen im und am Strafraum mit viel Einsatz und besagten Glück vereitelt werden konnten. Denise hätte gar noch einen weiteren Treffer erzielen können, hätte nach ihrem tollem Solo von der Mittellinie aus nicht eine Zwätzener Spielerin den Ball noch kurz vor der Linie geklärt.
Am Ende blieb es bei dem sicher sehr schmeichelhaften aber sicher nicht unverdienten Sieg. Wir waren halt dieses Mal ein wenig cleverer. Das war bisher eher selten.
Hervorzheben sind neben den Torschützinnen v. a. Sandra Busch, die nach langer Baby-Pause und zwei Kurzeinsätzen als Libera (!!!) eine sehr gute Partie bot, Maria und Angela Houtzager, die obwohl erst ganz kurz dabei, sofort fester Bestandteil der Truppe geworden ist.
Aufstellung: Wabner - Busch - Haase, Ahner - Houtzager, Platzdasch, Landgraf (ab 74. Vopel), Biskop - Weinert, Theile-Müller, Csincsura



%COUNTER%
%SPSLIDER%
%SPONSORENBOX%