Sonneberg

Lars Bugdahn heißt der erste Busfahrer,
den
die Omnibus-Verkehrs-Gesellschaft mbH in Zusammenarbeit mit der Fahrschule "B 89" selbst ausgebildet hat.

Von Cathrin Nicolai


Die demografische Entwicklung macht auch vor den Unternehmen nicht Halt. Ein Großteil der Beschäftigten ist älteren Semesters. Auch in der OVG. "Scheidet ein Busfahrer aus, ist es gar nicht so einfach, einen gut ausgebildeten Busfahrer zu bekommen", erklärt Geschäftsführer Klaus Dieter Schneider. Bei Überlegungen, wie dem abzuhelfen sei, kam auch die Idee auf, selber Busfahrer auszubilden. Dafür brauchte man jedoch einen Partner. Verkehrsakademien in Zella-Mehlis oder Kulmbach schieden aus. "Die sind einfach zu weit weg, um wirklich unmittelbar vor Ort zusammenarbeiten zu können", begründet der Geschäftsführer. Gespräche mit verschiedenen Fahrschulen der Region folgten und stießen dort auf Interesse. "Nach intensiven Beratungen haben wir uns schließlich entschlossen, mit der Fahrschule B 89 zusammenzuarbeiten", fährt er fort.

Einen Interessenten gab es zu dieser Zeit auch schon. Lars Bugdahn hatte seine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker erfolgreich absolviert, konnte aber auf Grund der wirtschaftlichen Situation von seinem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen werden. "Ich wollte aber weiterhin etwas mit Fahrzeugen machen und habe in der OVG nachgefragt, ob ich nicht meinen Bus-Schein machen könnte", erinnert sich der junge Mann. "Lars gab mit seiner Anfrage den letzten Anstoß, unsere theoretischen Überlegungen nunmehr in die Praxis umzusetzen", meinte Manfred Scheler, Leiter Betrieb und Verkehr bei der OVG. Damit konnte das Vorhaben, selber Busfahrer auszubilden, in Angriff genommen werden. Ein Bus wurde gestellt und entsprechend umgerüstet.

Die Ausbildung selber übernahm die Fahrschule B 89, ein Linienbus wurde durch die OVG zum Fahrschulfahrzeug umgerüstet. "Die Ausbildung. "Sie ist zwar vergleichbar mit einer normalen Führerschein-Ausbildung, aber für uns aber eine völlig neue Herausforderung", sagt der zuständige Fahrlehrer Horst Philipp. Und sie motivierte, einen weiteren, neuen Weg zu gehen: Die Berufskraftfahrer-Weiterbildung nach EU-Recht. In Mengersgereuth-Hämmern entstand innerhalb kürzester Zeit ein entsprechendes Ausbildungszentrum, wurde ein Schulungsraum mit acht Computer-Arbeitsplätzen aufgebaut. "Wir konnten damit auch einen zusätzlichen Arbeitsplatz schaffen", freut sich Horst Philipp. Je nach Voraussetzung und Bedürfnis können die Berufskraftfahrer im Ausbildungszentrum auf sie angepasste Lehrgänge besuchen. "Die Angebote sind in 12 Module unterteilt und beinhalten unter anderem die Führerscheinausbildung Klasse C/CE, D/DE und T, die Weiterbildung zum Berufskraftfahrer oder die beschleunigte Grundqualifikation Güterverkehr", erklärt Horst Philipp.

Lars Bugdahn absolvierte das für ihn notwendige Modul in relativ kurzer Zeit und hat nach erfolgreich bestandener Prüfung durch die IHK in der OVG einen Arbeitsvertrag erhalten. "Und die nächsten stehen schon in den Startlöchern, haben sich doch bereits zwei weitere Interessenten gemeldet", verrät Klaus Dieter Schneider. Außerdem wird der junge Mann, der vor Kurzem in der OVG seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen hat, gleich zum Busfahrer qualifiziert. "Damit erhöht sich die Chance für ihn, nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung von uns übernommen zu werden", ergänzt Manfred Scheler.


Interessenten, die als Busfahrer arbeiten möchten, können sich an die OVG oder an die Fahrschule wenden. Wichtigste Voraussetzungen dafür ist es, gesund zu sein. Außerdem wäre ein Führerschein der Klassen C/CE von Vorteil, ist aber nicht Bedingung..