Mögliche Neuzugänge für Jena hatten Visaprobleme

Wechsel von Roland Maul nah St. Pauli wird immer wahrscheinlicher

Beim FC Carl Zeiss dreht sich im Trainingslager neben den Übungseinheiten alles um Personalien. Die eine ist erfreulich, auch wenn der betreffenden Spieler, Mosquera, keinen Vertrag erhält. Aber er scheint seinen Herzstillstand ohne Probleme überwunden zu haben. Die gibt es dagegen mit dem Visum für zwei Georgier und mit einigen Verletzten. Zudem wird ein Wechsel von R. Maul zum FC St. Pauli. Noch mehr lesen Sie in unsrer Presseschau vom 7. Juli, die diesmal etwas später erscheint als Sie das von uns gewohnt sind.

 

Zimmer macht Tormänner flott

JENA – „Der will gar nicht mehr mit dem Training aufhören“, witzelt Jenas Co-Trainer Olaf Holetschek mit seinem Chef Frank Neubarth herum. Gesprochen wurde in diesem Augenblick über Detlev Zimmer, den neuen Torwarttrainer des FC Carl Zeiss Jena.

Der redet am Freitagvormittag minutenlang mit Kaspar Jensen und Christian Person. Die beiden Torhüter der Thüringer hören geduldig zu. Ab und an stellen sie Fragen, ehe Zimmer wieder volley geschossene Bälle auf sie abfeuert. „Wir mussten uns erst kennenlernen, aber wir hatten einen super Anfang“, berichtet der zuletzt bei Werder Bremen II spielende Jensen. „Die Übungen sind sehr abwechslungsreich.“

Zimmer selbst scheint sich in seiner neuen Rolle pudelwohl zu fühlen. „Es macht mir nichts aus, dass ich nicht mehr Cheftrainer bin. Jena und die 2. Bundesliga sind eine neue Herausforderung“, erklärt der frühere Übungsleiter des Dresdner SC, MSV Neuruppin und der SV Falkensee/Finkenkrug.

Der langjährige Torhüter von Wismut Aue, Jena, Chemie Schwarza, Kali Werra Tiefenort und Stahl Brandenburg hat die Vergangenheit ohnehin abgehakt. Vergessen ist sein unschöner Abschied aus Jena 1981. „Ich hatte mich nicht von Bekannten distanziert, die in den Westen geflüchtet waren. Deshalb durfte ich einige Jahre nicht mehr in der DDR-Oberliga spielen“, erzählt Zimmer.

Nun muss er dafür sorgen, dass die Jenaer Schlussmänner den Kasten ziemlich oft sauber halten werden. „Er ist ein sehr ruhiger und sachlicher Vertreter. Genauso einen wollten wir“, meint Olaf Holetschek. „Detlev kenne ich von früher. Als Stift habe ich ihn im Fernsehen gesehen. Da hat er Jena 1977 im Europacup gegen RWD Moolenbek im Elfmeterschießen das Weiterkommen gerettet.“ Derweil gab es für Zimmer und seinen FCC eine erfreuliche Nachricht. John Jairo Mosquera konnte gestern die Klinik in Gifhorn verlassen. Der Testspieler des FC Carl Zeiss, der am Mittwoch reanimiert werden musste, kann laut Dr. Rudiger Wacker auf die Fortsetzung seiner Karriere hoffen. Wacker: „Wir konnten keine ernsthafte Erkrankung feststellen.“


Visa-Problem für Georgier

Eine Meldung überstrahlte den fünften Tag des Trainingslagers des FC Carl Zeiss Jena im niedersächsischen Wesendorf. Der Testspieler John Jairo Mosquera durfte - im Prinzip ohne Befund - die Klinik in Gifhorn wieder verlassen.

WESENDORF. "Wir konnten keine ernsthafte Erkrankung feststellen. Es kann sein, dass John seine Karriere fortsetzen kann", erklärte Dr. Rüdiger Wacker von der Klinik Gifhorn. Mosquera war am Mittwoch während des morgendlichen Waldlaufs zusammengebrochen. Kurze Zeit darauf musste Jenas Mannschaftsarzt Heribert Zitzmann den 19-jährigen Kolumbianer wieder- beleben. Nun kehrt Mosquera, der auch in Hildesheim untersucht worden war, zu seinem Stammverein Werder Bremen zurück. Zitzmann und Jenas Pressesprecher Andreas Trautmann übergaben dem Stürmer in der Klinik Gifhorn seine Sachen und einen Erinnerungswimpel. Dankesworte und das FCC-Souvenir gingen dabei auch an Dr. Rüdiger Wacker.

IIm Vergleich zu den zwischenzeitlich großen Sorgenfalten im Falle Mosquera sind die Jenaer Alltagsprobleme eigentlich nicht erwähnenswert. Doch für den angestrebten Klassenerhalt muss bei den Thüringern noch einiges passieren. Weitere Neuverpflichtungen blieben gestern aus, obwohl mit Ilja Kandelaki (Odessa) und Georgi Seturidze (Rustawi) zwei weitere Georgier nach Wesendorf kommen sollten. "Sie hatten beide Visa-Probleme", meinte Manager Lutz Lindemann. Selbst mit den beiden Osteuropäern scheint die Mannschaft aber noch lange nicht zweitligatauglich zu sein.

Jenas Trainer Frank Neubarth scheint weiterhin die Ruhe zu bewahren. Ärgerlich sind jedoch Verletzungen wie die von Marcus Hoffmann. Der Ex-Cottbuser zog sich einen Teilabriss vom Innenband am linken Knie zu. "Wir werden das ganz konservativ ohne Operation behandeln lassen", meint Physiotherapeut Mario Röser. "Das kann sechs Wochen dauern." Röser musste gemeinsam mit seinem Kollegen Marco Lohmann am Donnerstag und Freitag Schwerstarbeit verrichten. Viele Akteure wollten behandelt werden. Nicht nur Stefan Kühne und Robert Müller hatten nach den ungewohnten Sprungübungen mit dem neuen Sport-Physiotherapeuten Jens Neumann Achillessehnen-Probleme.

Bis zum zweiten und letzten Testspiel gegen den VfB Fallersleben am heutigen Sonnabend (14 Uhr) sollten diese Sorgen jedoch vergessen sein, auch wenn Testkeeper Nick Hamann (zuletzt Chelsea London) mangels Testspielgenehmigung nicht auflaufen kann.


Von Max POSCHMANN

 

Zwei Georgier in der Botschaft

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Jena/Wesendorf. (tlz) Frank Neubarth, Trainer beim FC Carl Zeiss Jena wartet dringend auf Verstärkung - und schon droht ein weiterer Abgang perfekt zu werden. Ronald Maul soll gegen eine entsprechende Ablösesumme zum FC St. Pauli wechseln, der Ersatz für ihn sitzt aber noch in Georgien fest. Ilia Kandelaki, linker Verteidiger von Chernomorets Odessa, sitzt derzeit zusammen mit Rechtsaußen George Seturidze in der deutschen Botschaft in Tblissi. Beide warten sehnsüchtig auf ihre Visa, doch Behördenmühlen mahlen langsam. Für Montag werden beide dann in Jena erwartet. Beide kommen auf Empfehlung von Ralf Minge, dem Co-Trainer der georgischen Nationalmannschaft.

Schon heute soll im Testspiel beim VfB Fallersleben ein weiterer Verteidiger getestet werden. Wie die TLZ erfuhr, kommt Florian Heidenreich vom Schweizer Erstliga-Absteiger FC Schaffhausen zur Probe. "Ja, er spielt vor", bestätigt Sportdirektor Lutz Lindemann die TLZ-Anfrage. Der 26-Jährige entstammt der Nachwuchsabteilung des SV Werder Bremen, ist somit Jenas Coach Frank Neubarth kein Unbekannter. Der Linksfuß spielte zuletzt in Deutschland für den VfL Osnabrück, ehe er in die Schweiz ging. Heidenreich wäre ablösefrei zu haben. Die Jenaer wollen in den nächsten sieben Tagen den Kader komplett haben. "Wir holen noch einen für die linke Bahn und zwei Stürmer", kündigt Lindemann an.

Gute Nachrichten gab es unterdessen für John Jairo Mosquera. "Ich freue mich, mitteilen zu können, dass er die Klinik verlassen kann", sagte Dr. Rüdiger Wacker, der behandelnde Chefarzt des Klinikums Gifhorn: "Die Befunde sind günstig. Bei den Untersuchungen konnte keine ernsthafte Erkrankung festgestellt werden." Für Testspieler Mosquera nahm die Woche damit ein glückliches Ende, nachdem der 19-jährige Kolumbianer nach seinem Zusammenbruch beim morgendlichen Heidelauf am Dienstag von Jenas Mannschaftsarzt Heribert Zitzmann wiederbelebt werden musste. Die Zukunft des Stürmers liegt aber nicht beim FC Carl Zeiss Jena. Vermutlich wird sich sein Stammverein Werder Bremen erstmal um Mosquera kümmern.


Von Michael Ulbrich und Mark Stralau

 

Zwei Georgier für Jena warten noch auf Visa

FC Carl Zeiss: Stürmer Mosquera aus Klinik
Von Tino Zippel und Matthias Koch Wesendorf (OTZ). Beim FC Carl Zeiss Jena verzögert sich die Ankunft der weiteren georgischen Zugänge. Eines steht fest: Das Trainingslager in Wesendorf, das heute zu Ende geht, werden sie nicht mehr sehen.

Nach Aussagen des neuen Georgiers ins Jena, Giorgi Oniani, haben Ilja Kandelaki und George Seturidze Probleme, ihr Visum für Deutschland zu bekommen. Jenas Sportdirektor Lutz Lindemann hofft, dass sie am Montag ihre Visa erhalten und spätestens Mittwoch in Jena eintreffen. Seturidze spielte beim gleichen Verein wie Oniani, dem georgischen Meister Olimpi Rustawi. Der 22-Jährige gilt als schneller Rechtsaußen und könnte Ersatz für die Position von Kevin Schlitte sein.

Ilja Kandelaki (25) - der vierfache Nationalspieler kommt von Odessa - besetzt dagegen eine Position in der Verteidigung, vorwiegend auf der linken Außenbahn. Er könnte Ronald Maul ersetzen, falls St. Pauli die Jenaer Ablöseförderung von 70 000 Euro erfüllt. Bislang haben die Hamburger die Hälfte geboten.

Damit fehlen nur noch die Stürmer im Jenaer Kader, nachdem John Jairo Mosquera keinen Vertrag bekommt. Zwei Tage nachdem der Testspieler des FC Carl Zeiss Jena nach einem Herzstillstand von Mannschaftsarzt Dr. Heribert Zitzmann reanimiert werden musste, konnte der 19-jährige Kolumbianer die Klinik in Gifhorn wieder verlassen. Im Beisein von Zitzmann und FC-Pressesprecher Andreas Trautmann verkündete Dr. Rüdiger Wacker, der leitende Chefarzt, die frohe Kunde. "John muss nicht mehr stationär behandelt werden. Es konnte keine ernsthafte Erkrankung festgestellt werden." Als Dankeschön für seine Mühe bekam Wacker einen Wimpel des FC Carl Zeiss mit den Unterschriften der Mannschaft überreicht. Auch John Jairo Mosquera erhielt ein solches Geschenk.

Allerdings kehrte der dunkelhäutige Angreifer nicht mehr ins Trainingslager des FC Carl Zeiss zurück. Er wurde von einem Vertreter seines Beraters in Gifhorn abgeholt. Um den Kolumbianer wird sich von nun an wieder sein Stammverein Werder Bremen kümmern.

Für Jena geht das Trainingslager in Niedersachsen heute mit einem Testspiel gegen den VfB Fallersleben (14 Uhr) zu Ende. Marcus Hoffmann fällt nach seinem Innenbandteilabriss am linken Knie rund sechs Wochen aus. Über Achillessehnenprobleme klagten am Freitag Stefan Kühne und Robert Müller. Alexander Maul fehlt auf jeden Fall wegen der Taufe seines Kindes.

Hartmut Gerlach

 
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